Wie erkenne ich seriöse Anbieter?
Nach der Erstausstrahlung der spannenden RTL Reportage „Wer pflegt uns im Alter?“ vom 10. Januar 2023, erreichten uns Anrufe vieler verunsicherter Kunden. Die Reportage deckt illegale und ethisch fragwürdige Methoden eines bekannten Anbieters für 24 Stunden Pflege auf, der unter anderem ukrainische Frauen ohne Visum nach Deutschland entsendet. (Warum Pflege aus der Ukraine und anderen nicht-EU Ländern rechtlich nicht konform ist, erläuterten wir bereits ausführlich in einem unserer Artikel.) Die Einstellung von Pflegerinnen aus dem Nicht-EU-Ausland ist nur ein möglicher Weg, das System zu umgehen um die Lohnkosten für die Betreuungskräfte zu senken.
Große Unterschiede im Kundenpreis
Bei der Suche nach der besten Agentur für 24 Stunden Pflege, haben Sie sicherlich einige Anbieter in Betracht gezogen und möglicherweise erste Kostenkalkulationen angefordert, um sich einen Überblick über die zu erwartenden Aufwände zu machen. Viele unserer Kunden wundern sich über die zum Teil gravierenden Unterschiede in den jeweiligen Preisen der unterschiedlichen 24 Stunden Pflege Agenturen. Alle Anbieter werben damit, ihre Betreuungskräfte legal zu beschäftigen und fair zu entlohnen. Wie können also diese großen Differenzen zustande kommen? Und wie kann man herausfinden, ob ein Anbieter tatsächlich seriös und legal agiert? Ist es tatsächlich die beste Entscheidung, sich bei der Wahl der geeigneten Agentur ausschließlich nach dem Preis zu richten? Wir sagen – ganz klar, nein. Die Höhe des Kundenpreises hängt mit der Höhe der Vergütung der Betreuungskraft zusammen. Auch wenn es auf den ersten Blick anders erscheint, gehen hier nicht alle Anbieter fair und legal vor. Wir erklären Ihnen, welche Tricks bei der Beschäftigung der Pflegekräfte angewandt werden, um die Kosten für die Kunden gering zu halten.
Unterschiedliche Vergütungsmodelle erklärt
Pflegekräfte aus der Ukraine oder anderen nicht-EU-Ländern
Da der Markt der Betreuungskräfte aus Polen seit Jahren etabliert und übersättigt ist, greifen Anbieter zunehmend auf Pflegekräfte aus der Ukraine oder anderen Ländern außerhalb der EU zu. Da es jedoch kein legales Modell für die Beschäftigung von Ukrainerinnen in Deutschland gibt, wird das offizielle System umgangen, indem die Pflegerinnen zunächst in Polen gemeldet werden um anschließend als polnische Arbeitnehmerinnen nach Deutschland entsendet werden zu können. Der Missbrauch des Systems hat seit dem Beginn des Krieges und der zunehmenden Zahl von ukrainischen Flüchtlingen in Polen stark zugenommen. Das Leid und die Verzweiflung der Ukrainerinnen wird ausgenutzt, es werden strikte Knebelverträge abgeschlossen, die Vergütungen sind weit unter dem Mindestlohn.
Anmeldung der Pflegekräfte als Midijobber
Eine weitere Möglichkeit, die Lohnkosten für die Betreuungskräfte gering zu halten, ist die Anmeldung der Kräfte in Deutschland im Rahmen eines Midijobs. Es werden nur einige sozialversicherungspflichtige Arbeitsstunden pro Woche für ca. 500 € deklariert. Der Rest der Nettovergütung wird in Form von Auslandspauschalen ausgezahlt, auf welche keine Beitragszahlungen erforderlich sind. Diese Form der Vergütung ist besonders perfide, da den Betreuungskräften eine Anmeldung im deutschen Rentensystem suggeriert wird. Dass die tatsächlich entrichteten Versicherungsbeiträge gegen null gehen, ist ihnen dabei nicht bewusst. Da die monatlich ausgezahlte Nettovergütung stimmt, wird die Höhe der Rentenbeiträge nur von den wenigsten überprüft oder hinterfragt.
Anmeldung der Pflegekräfte in Polen und Vergütung über Auslandspauschalen
Das folgende Modell ähnelt sehr dem Midijob Modell, mit dem Unterschied, dass die Betreuungskräfte bei der polnischen Rentenversicherung angemeldet werden. Auch hier werden lediglich einige Arbeitsstunden ordnungsgemäß angemeldet und mit Beitragszahlungen versehen. Die übrige Nettovergütung wird über nicht beitragspflichtige Auslandspauschalen entrichtet. Der Schein dieses Modells trügt umso mehr, da die Nettovergütung der Kräfte oftmals überdurchschnittlich hoch ausfallen kann. Wie auch bei den vorher genannten Modellen, überprüfen auch hier die wenigsten Pflegekräfte die genauen Beiträge an die Rentenkassen, wodurch sie sich in falscher Sicherheit wiegen.
Wie werden die Betreuungskräfte bei SunaCare vergütet?
SunaCare selbst legt großen Wert auf die Legalität der Beschäftigung und Vergütung der Pflegekräfte. Wir arbeiten ausschließlich mit integren polnischen Agenturen zusammen, welche die Betreuungskräfte vorschriftsmäßig, entsprechend der Entsenderichtlinien der EU anstellen und ordnungsgemäß entlohnen. Darüber hinaus legen wir den Fokus vermehrt auf die Entsendung unserer eigenen Pflegekräfte, die durch unsere polnische Tochtergesellschaft rekrutiert und beschäftigt werden. Dadurch können wir nicht nur eine faire Nettovergütung, sondern auch eine angemessene Höhe der entrichteten Rentenbeiträge garantieren.
Daniel Schlör, der Geschäftsführer der SunaCare GmbH, hat zeitgleich den Vorsitz im Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP). Der Verband engagiert sich aktuell stark dafür, die rechtlich unsauberen Praktiken auf dem Markt aufzudecken und zu unterbinden. Mitglieder, welche nicht integer handeln, wurden bereits vom Verband ausgeschlossen.
Wie erkenne ich nun seriöse Anbieter?
Wir empfehlen Ihnen, wie am Anfang des Artikels erwähnt, sich bei der Wahl der Agentur nicht ausschließlich nach dem Endpreis zu richten. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass die zu Ihnen angereiste Pflegekraft angemessen für ihre Arbeit entlohnt wird, fragen Sie die Agentur gezielt nach dem angewendeten Vergütungsmodell und insbesondere nach der Höhe der gezahlten Rentenbeiträge. Die Beiträge sollten mindestens auf den Durschnittlohn in Polen entrichtet werden. Entscheiden Sie sich für SunaCare, können Sie sicher sein, dass dies eingehalten wird.



