Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab. Damit steigt auch das Risiko einer Demenzerkrankung. Betroffene kämpfen vor allem mit Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit und Konzentrationsstörungen. Sie verlegen Gegenstände, erinnern sich nicht mehr an Geburtstage oder was sie am Vortag gemacht haben. Außerdem können sie sich nur noch schwer Neues merken, die Orientierung außerhalb des eigenen Heims fällt schwerer. Im Zeitverlauf wird dabei nicht nur die Vergesslichkeit stärker. Zudem ist eine Veränderung des Verhaltens und der Persönlichkeit des Betroffenen nicht selten. Oft ziehen sich Demenzerkrankte dann selbst zurück. Sie reagieren empfindlich oder aggressiv und weigern sich Hilfe anzunehmen. Demenz kann das Leben der Betroffenen also schlagartig verändern. Infolge stellen auch einfache und alltägliche Dinge plötzlich unüberwindbare Hürden dar.
Die tatsächliche Hauptlast liegt dabei besonders bei Angehörigen, Freunden und Bekannten. Ihnen fällt es schwer, vor allem die zunehmende Verhaltensveränderung zu begreifen. Auch den geeigneten Umgang mit dem Betroffenen zu finden ist schwierig. Außerdem stehen Angehörigen vor der Herausforderung, die Pflege bei Demenz und Betreuung des Betroffenen zu übernehmen. Dies muss neben dem eigenen Leben und den eigenen Verpflichtungen geplant werden. Fortgeschrittene Demenzerkrankungen fordern meist eine intensive Betreuung von 24 Stunden über das ganze Jahr. Deshalb führt die Pflege bei Demenz oft zu körperlicher und seelischer Erschöpfung.
Im ersten Schritt ist es wichtig, das Krankheitsbild und die Ursachen der Erkrankung richtig zu verstehen. Nur dann kann man einen richtigen Umgang mit Erkrankten gewährleisten. Im Anschluss ist es ratsam, frühzeitig Hilfe zu suchen und Unterstützung anzunehmen.
Was ist Demenz?
Rund 1,7 Millionen Menschen leben in Deutschland mit Demenz (Stand: 2018). Weit mehr als die Hälfte der Demenzerkrankten sind zudem von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Die Mehrheit der Betroffenen ist über 60 Jahre alt. Schätzungen zufolge treten jedes Jahr mehr als 300.000 Neuerkrankungen auf (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. – Selbsthilfe Demenz).
Die Übersetzung des Wortes ,,Demenz” aus dem Lateinischen lautet ,,ohne Geist”. Sie verdeutlicht, was die Erkrankung mit Betroffenen macht. Man verliert also gewissermaßen die Kontrolle über sich selbst und sein Denken. Auch das Verhalten, die Persönlichkeit und damit verbundene Wesenseigenschaften können sich mit Fortschritt der Krankheit verändern.
Medizinisch gesehen, versteht man unter Demenz eine fortschreitende Krankheit des Gehirns. Diese Krankheit bringt eine zunehmende Verschlechterung wichtiger Funktionen mit sich. Beispielsweise Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, des Auffassungs- und Denkvermögens, der Sprache und des räumlichen Orientierungsvermögens.
Demenzarten
Grundlegend beschreibt der Begriff ,,Demenz” keine bestimmte Krankheit. Es bedeutet in erster Linie das Auftreten gewisser Symptome und kann als Sammelbegriff für über 50 Krankheitsformen gesehen werden. In einer ersten Unterteilungsform unterscheidet man aber zwischen primärer und sekundärer Demenz.
Primäre Demenz
Die Häufigste Erkrankung, mit etwa 90% Demenzerkrankten, ist die primäre Demenz. Der Krankheitsprozess beginnt direkt im Gehirn. Mit dem Absterben von Nervenzellen im Gehirn gehen ihre Verbindungen dauerhaft verloren. Die Konsequenz ist, dass die Kommunikation der Nervenzellen gestört ist. In diesem Fall sprechen Ärzte oft von einer “neurodegenerativen” Erkrankung (Verlust von Nervenzellen). Zu dieser Demenzform zählt auch die Alzheimer-Krankheit, bei der Eiweißablagerungen im Gehirn die Nervenzellen selbst und ihre Verbindung beschädigen. Derzeit gibt es noch keine Heilung für diese Krankheitsform. Der Krankheitsverlauf lässt sich jedoch durch unterschiedliche Therapiemöglichkeiten verzögern.
Vaskuläre Demenz
Durch Verengungen und Verstopfungen von Blutgefäßen können Durchblutungsstörungen auftreten. In Folge einer Durchblutungsstörung kann es zu einem Absterben von Nervenzellen kommen. Diese Krankheitsform bezeichnet man als Vaskuläre Demenz. Sie kann beispielsweise in Folge von Schlaganfällen aufkommen. Die Ausprägung der Demenz ist dann abhängig von dem Ausmaß der Durchblutungsstörung. Die vaskuläre Demenz zählt auch zu einer neurodegenerativen Erkrankung.
Sekundäre Demenz
Als sekundäre Demenz werden Demenzekrankungen bezeichnet, die durch Medikamente oder andere Erkrankungen verursacht wurden. Ausgelöst wird die Demenz beispielsweise durch Depressionen, Alkoholsucht, Schilddrüsenerkrankungen, Vitamin-Mangelerkrankungen oder Störungen der inneren Organe. Sekundäre Demenzformen sind eher selten, aber in den meisten Fällen behandelbar. Oft kann die Ursache oder die auslösende Erkrankung erfolgreich behandelt werden.
(Quelle: Alzheimer’s Association)
Demenz erkennen und behandeln
Die Symptome einer Demenz hängen von der Form und den Stadien der Erkrankung ab. Im Allgemeinen gibt es typische Symptome, die Betroffene und Angehörige warnen sollten. Der Verlauf der Krankheit ist dabei immer davon abhängig, welche Bereiche im Gehirn beeinträchtigt sind. Deshalb kann es in der Symptomatik große Unterschiede geben. Je nach Krankheitsbild kann es mit der Zeit entweder zu einer schleichenden Verschlechterung kommen oder der Zustand des Betroffenen bleibt mit der Zeit relativ stabil.
Das deutlichste Anzeichen für eine beginnende Demenz ist eine allgemeine Orientierungslosigkeit. Auch eine fortlaufende Verschlechterung der Gedächtnisleistung sowie eine Einschränkung des Kurzzeitgedächtnisses gelten als deutliche Warnsignale. In den frühen Stadien der Demenz gehen oftmals eine Verringerung des Sprachvermögens sowie Probleme beim Kopfrechnen einher. Diese Symptome sind jedoch insbesondere dann bedenklich, wenn der Abbau der intellektuellen Leistung rasch verläuft. Ein schleichender Abbau der geistigen Fähigkeiten im hohen Alter kann durchaus natürlich sein und muss grundsätzlich nicht einer geistigen Erkrankung zugrunde liegen.
Dennoch sollten insbesondere folgende Anzeichen ernst genommen werden:
- Vergesslichkeit (überwiegend Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses)
- Orientierungslosigkeit (Schwierigkeiten Ort, Tag und Uhrzeit einzuprägen)
- Wortfindungsprobleme
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schwierigkeiten beim Ausführen alltäglicher Dinge
- Beeinträchtigung des Denkvermögens
- Veränderung des Verhaltens und der Persönlichkeit
- Stimmungsschwankungen
- Schlaf- und Appetitstörungen
Falls solche Veränderungen beobachtet wurden, sollte ein erstes Gespräch in einer hausärztlichen Praxis vorgenommen werden. Eine frühe Demenzdiagnose und -behandlung ist wesentlich für den weiteren Krankheitsverlauf des Betroffenen. In einer ersten Untersuchung beim Hausarzt wird durch verschiedene Tests festgestellt, ob weitere Spezialisten hinzugezogen werden sollten. In der Regel überweist der Arzt bei Verdacht in eine neurologische Praxis oder eine Gedächtnisambulanz. Mithilfe spezieller Tests werden hier die Ursachen der Symptomatik festgestellt und geeignete Therapiemaßnahmen gewählt.
(Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e. V. Ratgeber für Angehörige von Demenz-Patienten)
Betreuung bei Demenz
Je nach Ausmaß und Fortschritt der Demenzerkrankung sind Betroffene in den meisten Fällen dauerhaft auf Hilfe angewiesen. Sie sind nicht mehr in der Lage alltägliche Dinge selbstständig zu erledigen. Bei vielen Erkrankten kommen insbesondere zu Beginn der Demenz Ängste auf. Sie merken, dass “etwas” mit ihnen nicht stimmt und sie sich verändert haben. Angehörige können beispielsweise helfen, indem sie eine entspannte Atmosphäre im Eigenheim schaffen. Um Ängste vor ungewohnten Situationen zu vermeiden, ist es ratsam, das gewohnte Umfeld und die Tagesabläufe möglichst unverändert zu belassen. (Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e. V. Ratgeber für Angehörige von Demenz-Patienten)
Demenzerkrankte werden hauptsächlich in privaten Haushalten gepflegt, mit der Aussicht den weiteren Verlauf der Krankheit zu verzögern. In den meisten Fällen wird die Betreuung von Angehörigen übernommen. Die Pflege bei Demenz ist jedoch keine leichte Aufgabe. Angehörige unterliegen dabei hohen Anforderungen, die körperlich und psychisch sehr belastend sein können. Insbesondere die veränderten Verhaltensweisen des Erkrankten können für Angehörige eine zunehmende Herausforderung sein. Eine Pflegekraft im Eigenheim kann dagegen eine attraktive Alternative sein, um Betroffene und Angehörige zu entlasten.

24 Stunden Pflege bei Demenz
Durch eine häusliche Pflegekraft kann die Betreuung des Demenzerkrankten direkt im Haushalt stattfinden. Das vermittelte Personal zieht dafür mit in den Haushalt ein und arbeitet eine reguläre 40-Stunden-Woche. Im Rahmen einer Rufbereitschaft steht die Pflegekraft jedoch im Notfall stets zur Verfügung. So können alltägliche Herausforderungen zu jeder Zeit bewältigt werden.
Die Vorteile einer häuslichen Pflege liegen klar auf der Hand. Angehörigen werden entlastet und sind mit der aufwendigen Pflege nicht auf sich allein gestellt. Außerdem können Betroffenen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung wohnen. Gerade das ist ein Wunsch, den viele ältere Menschen und Demenzerkrankte hegen. Räumliche Veränderungen, wie der Umzug in ein Pflegeheim, können insbesondere bei Demenz starke Konsequenzen mit sich ziehen. Betroffene ziehen sich zurück, sind schnell verwirrt und orientierungslos. Die Pflege im eigenen Zuhause bietet neben zwischenmenschlichen Kontakt auch Geborgenheit und Sicherheit. Gerade die Gedächtnisfunktion, die eine häusliche Pflegekraft erfüllt, ist bei Demenzerkrankten unabdingbar.
„Die eigenen vier Wände geben Geborgenheit und Sicherheit. Hier können sie frei entscheiden, können sich zurückziehen, wann immer sie das möchten. Für Menschen mit Demenz hat die gewohnte Umgebung eine große Bedeutung (…) In den vertrauten Räumen, den Möbeln und Bildern stecken Erinnerungen, die glücklich und die Vergangenheit lebendig machen und die eigene Identität stärken.“
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Die Pflegekraft von SunaCare kann verschiedene pflegerische und haushälterische Tätigkeiten übernehmen. Sie kann beispielsweise an die Medikamenteneinnahme erinnern, bietet wertvolle Unterstützung bei Therapiemaßnahmen und kann auf eine regelmäßige, gesunde Ernährungen achten. Zudem ist die Präsenz im Haushalt für die Beobachtung und Einschätzung der Krankheit sehr fördernd. Angehörigen können sich also darauf verlassen, dass der Betroffene gut versorgt ist. Zusätzlich haben sie auch jemanden, der die Symptome dauerhaft im Blick hat.
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