24 Stunden Pflege bei Parkinson

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24 Stunden Pflege bei Parkinson

„Diagnose: Parkinson“ – rund 300.000 Menschen in Deutschland mussten diese Worte schon von ihrem Arzt hören. Auch wenn zurzeit die meisten Betroffenen über 50 Jahre alt sind, sind auch jüngere Menschen schon betroffen. Leider ist Parkinson noch nicht heilbar, aber es gibt eine Fülle von Hilfen, die sich sehr positiv auf die Erkrankung und die Lebensqualität der Betroffenen auswirken.

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Von der „Schüttellähmung“ zu „Morbus Parkinson“

Es war der britische Arzt Dr. James Parkinson, der vor fast 200 Jahren zum ersten Mal ein besonderes Krankheitsbild beschrieb: Die Betroffenen zitterten, litten unter Muskelschwäche, waren zeitweise völlig starr oder gingen vornübergebeugt und rannten manchmal mehr als das sie gingen. „Schüttellähmung“ war das Wort, dass Parkinson für diese Erkrankung fand. Einige Jahrzehnte nach Parkinsons Tod beobachteten andere Ärzte die gleichen Symptome und sprachen erstmals von der Parkinson-Erkrankung.

Die Ursache: Nervenzellen im Gehirn sterben ab

In jedem menschlichen Gehirn gibt es eine Region, die sog. substantia nigra, so benannt, weil sich diese Region zu Beginn des Lebens schwarz färbt. Rund 400.000 Zellen finden sich hier, deren Aufgabe es – kurz gesagt – ist, einen Botenstoff namens Dopamin freizusetzen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, also ein Stoff, der dafür sorgt, dass Signale zwischen Nervenzellen übertragen werden können, um die Muskelbewegungen zu steuern. Im Laufe des Lebens sterben die Nervenzellen in der substantia nigra allmählich ab. Bei einem gesunden Menschen tun sie das in langsamem Tempo, bei Menschen mit Parkinson geschieht das – aus noch unbekannten Gründen (aber gelegentlich auch genetisch bedingt) – wesentlich schneller. Damit aber wird die Freisetzung von Dopamin erheblich gestört und die Muskulatur kann nicht mehr so flexibel zwischen An- und Entspannung umsetzen.

Die Medizin unterscheidet zwischen der echten Parkinson-Krankheit und sog. parkinson-ähnlichen Erkrankungen (etwa Parkinson-Syndrom). Die Unterschied liegt im Dopamin: Bei der echten Parkinson-Krankheit wird zu wenig Dopamin gebildet, bei parkinson-ähnlichen Erkrankungen wird das Dopamin nicht richtig aufgenommen.

Die Diagnostik bei Parkinson

Ein Facharzt, ein Neurologe, ist für alle, bei denen eine Parkinson-Krankheit vermutet wird, eine gute Anlaufstelle. Hier erfolgt das gründliche Gespräch, die sog. Anamnese, bei der sich der Facharzt ein möglichst umfassendes Bild des Patienten macht. Eine neurologische Untersuchung folgt, ehe evtl. weitere Untersuchungen wie Ultraschall, CT oder MRT folgen, um ein möglichst genaues Bild der Erkrankung zu erheben.

Die Symptome bei Parkinson

Eine Störung der Dopamin-Produktion, wie sie bei der Parkinson-Krankheit vorliegt, zeigt ein sehr weites Spektrum von Symptomen:

  • Langsame Bewegungen (Bradykinese), manchmal sogar eine regelrechte Starre (Akinese). Oft zeigen sich zu Anfang so leichte Einschränkungen, dass sie kaum erkennbar sind. Da schwingt etwa ein Arm beim Gehen nicht mehr wirklich mit, die Schritte werden kleiner. Auch die Mimik wird starrer, selbst die Sprache erscheint ungewöhnlich monoton.
  • Steife Muskulatur (Rigor), sodass jede Bewegung wie gegen einen Widerstand ausgeführt werden muss, anfangs oft im Nacken- und Schulterbereich.
  • Zittern (Tremor) der Hände, später auch der Füße, vor allem in Ruhe. Manchmal reiben sich die Finger aneinander, als würde der Betroffene Geldmünzen zählen.
  • Unsicherer Gang und instabile Haltung (Posturale Instabilität), sodass plötzliche Bewegungen zu Stürzen führen.
Häufig zeigen sich zu Beginn auch Schlafstörungen, der Geruchssinn verschlechtert sich, es kommt zu Muskel- und Gelenkschmerzen. Betroffene klagen über depressive Verstimmungen, über Störungen der Potenz sowie der Darm- und Blasenfunktion. Typisch für Parkinson ist auch das sog. „Salbengesicht“, ein fettig glänzende Gesichtshaut, weil die Talgdrüsen vermehrt Talg produzieren.

Die Behandlung bei Parkinson

Es gibt zwar noch keine Heilung für Parkinson, d.h. die Produktion des Dopamins lässt sich nicht anregen, das schnelle Absterben der Nervenzellen im Gehirn nicht verlangsamen, aber Dopamin kann zugeführt werden. Levodopa (L-Dopa) heißt der Stoff, der zumindest eine Zeitlang positiv auf die Beweglichkeit wirkt. Allerdings kann L-Dopa nicht langfristig gegeben werden, weil die Nebenwirkungen nach längerer Einnahme zu heftig werden (z. B. unkontrollierbare Bewegungen). Ein zweiter Stoff sind sog. Dopaminagonisten, die die Wirkung des körpereigenen Dopamins verstärken. Auch hier gibt es Nebenwirkungen (z. B. Müdigkeit tagsüber). Andere Medikamente können den Abbau von Dopamin verhindern oder seine Ausschüttung erhöhen und damit die Symptome des Parkinsons mildern.

Reicht die medikamentöse Therapie nicht mehr aus, kann die sog. Tiefenhirnstimulation zum Einsatz kommen. Dabei werden in einer Operation Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die wie Schrittmacher wirken und damit die Bewegungen positiv beeinflussen.

Sport, Ernährung und andere therapeutische Maßnahmen

Nicht jeder Betroffene setzt auf Medikamente oder die Tiefenhirnstimulation. Gerade zu Beginn der Erkrankung kann mit Bewegungstraining viel erreicht werden. Es gibt inzwischen spezielle Bewegungs- und Sportprogramme, die die Beweglichkeit von Parkinson-Erkrankten sehr gut verbessern können. Zudem hat Sport und Fitness Auswirkungen auf den gesamten Menschen: Man fühlt sich hinterher besser, ist entspannter und auch glücklicher, denn Bewegung bringt die Dopaminproduktion in Schwung. Dazu kommt: Der Patient kann selbst etwas für sich tun, was das Selbstwertgefühl enorm stärkt.

Sport und Bewegung schützt die Nervenzellen. Wer regelmäßig trainiert, sorgt dafür, dass im Gehirn neue Regelkreisläufe entstehen. Das Gehirn ist neuroplastisch, es kann sich verändern! Bestimmte Bereiche des Gehirns können durchaus reorganisiert werden, Nervenzellen verbinden sich neu miteinander, umgehen sozusagen beschädigte Stellen und sorgen für eine Verminderung der Krankheitssymptome.

Die Beweglichkeit wird deutlich besser, der Gleichgewichtssinn wird geübt und so die Sturzgefahr gesenkt. Studien zeigen, dass aktive Menschen besser mit Parkinson zurechtkommen.

Auch Physio-, Ergo- und Logotherapie können die Symptome von Parkinson mindern und dafür sorgen, dass Erkrankte länger aktiv am Leben teilnehmen können.

24 Stunden Pflege bei Parkinson

Wer Parkinson hat, muss mit Einschränkungen leben. Nicht gleich zu Anfang, aber wohl irgendwann im Verlauf der Erkrankung. Da fällt das Zubinden der Schuhe schwer, da wird die Sprache schwer verständlich, da leidet die Seele, weil nicht absehbar ist, wie die Zukunft aussehen wird. Wie lange kann man noch allein leben? Wie lange noch aktiv am Leben teilnehmen? Wie viel Hilfe wird nötig sein? All diese Fragen haben alle Parkinson-Erkrankten und ihre Angehörigen. Es gibt eine Fülle von Beratungsstellen und Internetadressen, die genau hier weiterhelfen (z. B. die Deutsche Parkinson-Vereinigung).

Erkrankte und ihre Angehörigen machen oft die gute Erfahrung, dass ein offener Umgang mit der Erkrankung für viel Verständnis sorgt und manches erleichtert. Es ist einfacher, wenn Nachbarn und Freunde wissen, warum der Betroffene etwa so langsam spricht oder dass er Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hat. Dann lässt sich auch ein unbeweglicher Gesichtsausdruck leichter deuten und wird nicht als Desinteresse fehlinterpretiert.

Aktiv sein, offensiv mit der Erkrankung umgehen, sich Hilfe suchen und den Alltag Schritt für Schritt flexibel an den Krankheitsverlauf anpassen – das ist ein guter Weg, um mit Parkinson umgehen zu können. Das betrifft alle Bereiche, von der Körperpflege über die Gestaltung der Mahlzeiten (das Schluckvermögen ist gelegentlich beeinträchtigt) bis hin zu Sport und Fitness.

24 Stunden Pflege bei Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung erfordert Rückhalt und viel Unterstützung, aber auch Ermutigung und manchmal hartnäckige Ermunterung, damit das Leben mit Parkinson so viel Lebensqualität wie möglich enthält. Eine 24-Stunden-Betreuungskraft sichert hier nicht nur die notwendige Unterstützung im Alltag, sondern bringt auch ein weiteres, wichtiges Element in den Alltag hinein: die zuverlässige und kompetente Lebensbegleitung, die Hilfe bei der Körperpflege, beim Anziehen, bis hin zum anregenden „Co-Trainer“ beim Spazierengehen oder den täglichen Bewegungsübungen.

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