Stress in der Pflege
Pflegebedürftigkeit kann das Leben der Betroffenen radikal verändern. Sie ist mit neuen Belastungen verbunden und fordert häufig spezielle medizinische Behandlungen. Auch Familienangehörige, die ihre Liebsten nun pflegen müssen und parallel in anderen Bereichen tätig sind, sind häufig seelisch und körperlich auf ihren Limits. So fühlen sich 7 von 10 von pflegenden Angehörigen laut einer Studie der Techniker Krankenkasse 2019 stark gestresst.
Die Gründe eines erhöhten Stressniveaus in der Pflege sind leicht zu erklären: Die pflegenden Personen versuchen ihre neuen Verpflichtungen mit Vollzeitjob, eigenen Familien oder Freizeit zu kombinieren. Dieses Multitasking führt aber häufig dazu, dass man sich schnell überfordert fühlt. Auch emotionale Verbindungen mit Pflegebedürftigen verursachen eine starke psychische Belastung. Es ist für die Familienmitglieder besonders schwer, das Leid ihrer Eltern oder Partner bei der Pflege zu erleben.
Bei vielen Krankheiten ist zudem eine 24 Stunden Betreuung notwendig. Die Angehörige haben neben eigenen Beschäftigungen also kaum Pausen oder Zeit für Erholung. Gleichzeitig gehen die anderen Stressfaktoren – wie Streitigkeiten oder Belastungen im Job – aber auch nicht weg. Dies führt dazu, dass man in der Pflege schnell selbst erschöpft oder sogar krank werden kann.
Warum Stress in der Pflege abbauen?
Um weiter leistungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, sich körperlich und seelisch zu aktivieren und Spannungen abzubauen. Nur durch die Entspannung kann man eigene Energieressourcen behalten, sodass die neuen Aktivitäten (also, Spannungen) wieder möglich sind. Die Fähigkeit zur Entspannung ist dabei unmittelbar mit unserem körperlichen Zustand verbunden. Nur wenn man körperlich entspannt ist, kann man den seelischen Spannungszustand verbessern und den gesammelten Stress abbauen. Wenn die Entspannung aber eine lange Zeit ausbleibt, werden die Kraftreserven komplett aufgebraucht, was zum dauerhaften Stress in der Pflege oder sogar Burnout führen kann. Davon können die pflegenden Familienangehörige besonders stark betroffen sein, da sie keine spezielle Ausbildung haben und mit ganz neuen Situationen und Verpflichtungen im Alltag plötzlich konfrontiert werden.
Burnout erkennen
Die ersten Zeichen einer starken psychischen und körperlichen Erschöpfung können zuerst unauffällig sein und werden oft ignoriert. Jedoch ist es wichtig, bei deutlichen Burnout-Symptomen nach Hilfe zu suchen. Diese können z.B. sein:
- Dauerhafte Müdigkeit/Energiemangel
- Gefühl der Überforderung
- Konzentration- und Gedächtnisprobleme
- Verzweiflung und Gefühl von Misserfolg
- Schlafstörungen
- Körperliche Beschwerden (häufige Erkältungen, Atembeschwerden)
- Innere Leere und Sinnverlust
- Sinkende Leistungsfähigkeit
Bei diesen Beschwerden bleibt man häufig in einem Teufelskreis: die betroffenen Menschen fühlen sich leistungsunfähig, können aber nicht mehr abschalten und Energie aufbauen. Zudem wächst das Gefühl der Unzufriedenheit und des Misserfolgs, sodass man keinen Ausgang aus der Stresssituation mehr sieht.
5 Tipps gegen Stress in der Pflege:
1. Nehmen Sie Auszeit
Wenn Sie Ihre Familienmitglieder oder Partner pflegen müssen, ist es wichtig, dass Sie selbst körperlich sowie seelisch gesund bleiben. Planen Sie dafür regelmäßige Erholungspausen. Auch nur kleine Spaziergänge, Entspannungspausen mit Musik oder Meditationen werden Ihnen helfen, mehr Energie zu haben.
2. Bauen Sie neue soziale Kontakte mit anderen Familien/Pflegenden
Pflegefälle in Familie kommen häufig unerwartet vor und bringen mit sich ganz neue Stressfaktoren. Als Angehörige kämpft man dabei mit dem Gefühl, alleine in einer emotional belastenden Situation zu sein. Für viele wird es immer schwieriger, am Sozialleben noch teilzunehmen. Suchen Sie nach Kontakt mit anderen pflegenden Angehörigen. Dafür können z.B. Gruppen in den sozialen Netzwerken oder Events von unterstützenden Organisationen dienen. Es ist zu empfehlen, auch im Job mit Kollegen oder Vorgesetzten offen über ihre privaten Belastungen zu sprechen.
3. Achten Sie auf Ihre körperliche Gesundheit
Genau wie bei pflegebedürftigen Menschen ist das körperliche Fitness auch für die pflegenden Personen wichtig. Wenn die Muskel angespannt sind, kann der Mensch automatisch schon nicht mehr entspannen. Auch bei leichten Kraftübungen, Dehnungen oder anderen Sportaktivitäten schüttert Körper positive Hormone aus, sodass auch der emotionale Zustand sich gleich verbessert. Probieren Sie Entspannungstechniken von Yoga oder Achtsamkeitstrainings, die darauf gezielt sind, Spannungen im Körper abzubauen.
4. Nutzen Sie Beratungsangebote und professionelle Dienste
Besonders am Anfang kennt man sich mit den Pflegeangeboten nicht aus und ist mit Informationen und neuen Verpflichtungen überfordert. Scheuen Sie nicht, eine professionelle Hilfe oder Beratung aufzusuchen! Es gibt mehrere Anlaufstellen wie kommunale Beratungsstellen, Pflegestützpunkte oder Selbsthilfegruppen, die für pflegende Angehörige in Frage kommen. Auch individuelle Schulungen oder Kurse, in denen Pflegetechniken erklärt werden, können helfen, mit einer neuen Pflegesituation klar zu kommen.
5. Suchen Sie nach einer professionellen 24 Stunden Pflegekraft
Die Unterstützung einer professionellen Pflegekraft kann für Angehörige physisch, aber auch emotional sehr entlastend werden. Dies ist alleine damit verbunden, dass Familienmitglieder mit Pflegebedürftigen stark verbunden sind und meistens eine gemeinsame Vorgeschichte haben. So fällt es für beide Seiten – z.B. für pflegende Kinder und Ihre Eltern – meistens schwer, ihre früheren Rollen zu “tauschen“ und eigene Beziehungen komplett zu ändern. Es kann auch sein, dass in der Familie noch unbearbeitete Konflikte existieren. Diese brauchen normalerweise einen gewissen emotionalen und räumlichen Abstand, was bei der Pflege nicht mehr möglich ist und zu neuen Problemen führen kann.
Für polnische Pflegekraft ist die Pflege dagegen ein Beruf mit festen Arbeits- und Erholungszeiten. Die Pflegekräfte sind speziell ausgebildet, wie man auch mit schwierigen Fällen oder Krankheiten umgeht, in der Pflege emphatisch bleibt, aber dabei eine schützende emotionale Distanz zu Patienten behält. Es gibt dazu unterschiedliche Modelle der häuslichen Pflege, die erlauben, die Arbeitszeiten je nach Verfügbarkeit von Familienangehörigen flexibel zu gestalten. Die Letzten können sich also um ihre Liebsten teilweise weiter kümmern, müssen aber nicht 24 Stunden anwesend sein und sind somit stark entlastet.
Jetzt Pflegekraft finden


