Jeder kann einen unangenehmen Sturz erleben – ob bei Alltagsaktivitäten, Sportübungen oder bei einfachen Spaziergängen. Jedoch steigt die Angst vor Stürzen besonders mit zunehmendem Alter. Da die Muskulatur schwächt und die Knochensubstanz abgebaut wird, ist es im Alter immer schwieriger die eigene Körperbalance zu halten. Statistisch gesehen fallen 30 bis 40 Prozent aller Stürze in Deutschland auf Menschen über 65 Jahre alt. 65 Prozent der pflegebedürftigen Senioren stürzen dabei mindestens einmal jährlich. Solche Stürze haben häufig schwere Folgen und mindern die Lebensqualität der Betroffenen. Schmerzhafte Prellungen, Brüche oder Verstauchungen grenzen die Beweglichkeit noch stärker ein und werden manchmal zu schicksalshaften Wendepunkten mit Verlust der Selbstständigkeit und Pflegebedürftigkeit.
Deswegen ist es verständlich, dass viele eine große Angst vor Stürzen im Alter haben und ihre Aktivitäten wesentlich reduzieren. „Sitzenbleiben“ wird als notwendiger Schutz gesehen. Es entsteht aber ein gefährlicher Teufelskreis: Ohne Bewegung schwächen die Muskeln und das Gleichgewichtsgefühl weiter, sodass die Sturzgefahr im Alter noch höher wird. Wer schon einmal hingefallen ist, verliert gleichzeitig an Selbstvertrauen, bewegt sich unsicherer als vor dem Sturz und kann die üblichen Alltagsaktivitäten nicht mehr durchführen. Nicht selten treten als Folge psychische Belastungen und Depressionen auf.
Risikofaktoren beim Stürzen im Alter
In der aktuellen Sturzforschung unterscheidet man mehrere Formen von Stürzen. So sind manche Stürze mit vorübergehendem Bewusstseinsverlust verbunden (synkopale Stürze), der gewisse Krankheiten wie z.B. Herzrhythmusstörungen verursachen können. Unter lokomotorischen Stürzen versteht man dagegen Stürze, die ohne krankhafte Veränderungen des Bewusstseins passieren. Bei dieser Form ist zudem zu unterscheiden, ob die Stürze durch externe Faktorenverursacht werden (extrinsische Stürze) oder ob die Ursachen im Menschen selbst liegen (intrinsische Stürze).
Beim Stürzen im Alter sind gerade die intrinsischen Risikofaktoren von Bedeutung: viele Senioren fallen bei ganz gewöhnlichen Alltagssituationen hin, wenn keine besonderen Balanceakte erfordert sind.
Zu solchen Risikofaktoren gehören zum Beispiel:
- Geschwächte Muskulatur (vor allem in Beinen)
- Veränderung des zentralen Nervensystems
- Erkrankungen des Bewegungsapparats
- Nachlassendes Seh- und Hörvermögen
- Stürzen bevor/Angst vor Stürzen im Alter
- Anwenden von Medikamenten
Häufig gibt es mehrere Gründe gleichzeitig, die zu einem Sturz führen können. Deswegen ist es für ältere Menschen und ihre Familienangehörigen besonders wichtig zu analysieren, welche Faktoren bei einem konkreten Fall vorhanden sind.
Schutzmaßnahmen und 24 Stunden Pflege
Folgende Maßnahmen können helfen, Stürze im Alltag vorzubeugen oder komplett zu vermeiden:
- Anpassung von Umgebung: Um sich von “objektiven” Risikosituationen zu schützen, soll man die Stolperfallen in eigener Wohnung beseitigen. Dazu gehören z.B. rutschige Teppiche, lose Kabel, ungünstig stehende Möbelstücke oder nicht ausreichende Beleuchtung. Gegen häufige Stürze kann eine barrierefreie Wohnung mit Notrufknöpfen und Haltegriffen im Bad oder Flur helfen. Auch bequeme Schuhe oder richtige Brille sind für die Prävention von Stürzen wichtig.
- Kraft- und Balance-Training: altersgemäße Trainingsprogramme fördern den Muskelaufbau und verbessern den Gleichgewicht. Besonders bei Krankheiten, die die Beweglichkeit der Betroffenen vernachlässigen (so z.B. Nervenkrankheiten oder Blutdruckstörungen), braucht man spezielle Übungen.
- Absetzen oder Anpassen von Medikamenten: Die Einnahme von einigen Arzneimitteln kann das Sturzrisiko im Alter erhöhen. Deswegen ist es wichtig, mit einem Arzt zu besprechen, ob alle Medikamente tatsächlich nötig sind und ob sie in ihren Wechselwirkungen (z. B. von Beruhigungs- oder Schlafmitteln) Beweglichkeit und Koordination beeinflussen können. Gleichzeitig kann in manchen Fällen die Zunahme von Medikamenten oder Vitaminen helfen. Bei geringem Vitamin-D-Spiegel ist z.B. die zusätzliche Einnahme von Vitamin D zu empfehlen.
Vorteile der 24 Stunden Pflege
Auch in einem eigenen Haushalt ist man vor Stürzen nicht geschützt. Der Umzug ins Pflegeheim bietet dazu aber keine optimale Lösung: statistisch gesehen stürzen die Bewohner der Alten- und Pflegeheime häufiger, als diejenige, die in eigenen vier Wänden gepflegt werden. Im Gegensatz zum Pflegeheim bekommt man bei der 24 Stunden Pflege eine individuelle Betreuung, sodass notwendige Hilfen auch spontan beansprucht werden können. Dank der Anwesenheit einer anderen Person wird das Selbstvertrauen der Betroffenen wieder aufgebaut. Die betreuten Senioren können sicher sein, dass sie auch im Fall eines Sturzes nicht stundenlang auf Hilfe warten müssen. Außerdem werden sie gefördert, aktiv zu bleiben und eigene Unabhängigkeit möglichst zu bewahren. Weil nur wer aktiv bleibt, ist vor weiteren Stürzen geschützt! Die häusliche 24 Stunden Pflege hilft dabei, die Angst vor Stürzen im Alter zu überwinden und das aktive Leben wieder zu genießen.
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