Sport im Alter bietet viele gesundheitliche Vorteile

Sportliche Senioren: Welche Vorteile bietet Sport im Alter?

Die Menschen werden immer älter. Bedingt durch die gute medizinische Versorgung, das Arbeiten bis in ein höheres Alter, sowie technologische und soziokulturelle Veränderungen, bleiben Menschen allgemein länger fit und gesundheitsbewusst. Doch welche Vorteile bietet Sport im Alter?

Obwohl heutzutage genügend Studien und Erkenntnisse über die Wichtigkeit von Sport im Alter vorliegen, haben sie sich noch nicht vollständig durchgesetzt. Leider gibt es noch viele ältere Menschen, die auch krankheitsbedingt, nicht genügend bis gar keine Bewegung bekommen und sich zusätzlich auch mental nicht fit halten. Immerhin steigen die Zahlen der Senioren die in einem Sportverein in Deutschland aktiv sind – 4,2 Millionen über 60-Jährige sind mittlerweile in einem Verein sportlich tätig. Dies bedeutet einen Zuwachs der Senioren in Sportvereinen um 52 Prozent seit 2001.

Unser Hormonhaushalt gibt den Ton an

Da die Fitness, Kondition und Muskelmasse natürlich mit steigendem Alter sinken, ist Bewegung und Sport essenziell. Professor Leyk, Leiter der Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, sagt: „Der Mensch ist ein biologisches System. Trainingsreize lösen Anpassungen im Organismus aus, unabhängig vom Alter. Wie stark jedoch der Körper auf den Trainingsreiz reagiert, ist abhängig von der Lebensphase.“ Kinder beispielsweise können bei einem Krafttraining noch keine großen Muskeln aufbauen, da die Hormone wie Testosteron erst in der Pubertät vermehrt einsetzen. Das heißt ein Teenager, der das gleiche Training absolviert wie ein Kind, wird mehr Muskeln aufbauen und einen größeren Trainingseffekt erzielen. Gleichzeitig sinkt der Hormonpegel im steigenden Alter wieder und verringert den Trainingseffekt. Wenn man sich nicht fit hält, verliert man zwischen dem 20. Und 70. Lebensjahr bis zu 40 Prozent seiner Muskelmasse und die Ausdauerleistung nimmt ab 30 Jahren um bis zu 15 Prozent im Jahrzehnt ab.

Dies kann nur durch regelmäßige Bewegung und Training verhindert werden. Es existieren mehrere Studien aus den 90er Jahren die belegen, dass Senioren durch gezieltes Training das Leistungsniveau und die Ausdauer eines untrainierten Mittzwanziger erreichen können. Professor Leyk hat dazu eine Studie aufgesetzt die 900.000 Laufzeiten von verschiedenen Marathonläufern zwischen 20 und 79 Jahren ausgewertet haben. Dabei wurde festgestellt, dass ein Viertel der 65- bis 69-Jährigen Langläufer schneller waren als die Hälfte der 20- bis 54-Jährigen. Weiterhin hatte sogar jeder vierte ältere Läufer erst fünf Jahre zuvor mit dem Lauftraining angefangen. Professor Leyk kam zu dem Schluss, dass eine schlechtere, körperliche Leistung in höheren Lebensaltern hauptsächlich auf Inaktivität und nicht auf die eigentliche biologische Alterung zurückzuführen ist.

Sport im Alter ist auch auf Hochleistungsniveau möglich

Dies beweisen regelmäßig bis zu 15.000 Athleten in den amerikanischen Senior Olympics. Diese Olympischen Spiele für Senioren fanden zum ersten Mal im Jahr 1987 statt und lockten 2.500 Athleten an. Teilnehmen kann jeder der mindestens 50 Jahre alt ist. Es gibt sechs verschiedene Altersklassen und 18 Disziplinen. Einer der ältesten Teilnehmer war 101 Jahre alt und erzielte im Hammerwerfen mit 11,32 Meter sogar einen neuen Weltrekord in seiner Altersklasse.

Sport im Alter ist jedoch nicht nur wichtig für Muskeln, Gelenke und Ausdauer. Regelmäßige sportliche Betätigung verringert auch das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen; hält nicht nur den Körper, sondern auch den Geist länger fit; verbessert den Stoffwechsel, den Schlaf, die Laune, die Balance und verlängert allgemein das Leben.

Gezieltes Training hilft auch bei demenziellen Erkrankungen

Auch Senioren mit leichter bis mittelgradiger Demenz profitieren immens von einem gezielten Trainingsprogramm. Durch die körperliche Kräftigung, fallen viele andere Dinge wie Gehen und Treppensteigen leichter. Die Patienten fühlen sich sicherer, haben weniger Angst zu stürzen und leiden seltener an Depressionen.

In einem speziell für demente Patienten entwickeltem Trainingsprogramm, untersuchen Ärzte den Effekt des Trainings auf die Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Patienten durch die verbesserte Motorik, wieder durch andere Augen sehen. Sie merken, dass sie wieder selbst etwas bewirken können und finden sich im Alltag besser zurecht. Dr. Hauer, Leiter der Untersuchung, fordert daher, dass Sportgruppen für Demenzkranke ebenso umgesetzt und gefördert werden sollten, wie aktuelle Sportprogramme für Herzinfarktpatienten.

Da es momentan allerdings an geschulten Trainern fehlt, hat das Team um Dr. Hauer ein Internetangebot entwickelt, das Heimtraining mit Angehörigen oder Betreuten ermöglicht. Die Seite Bewegung bei Demenz bietet kostenlose Trainingsanleitungen, Informationen und Selbsttests zur motorischen Leistung.

Sport im Alter bietet viele Vorteile und ermöglicht ein längeres, aktiveres und glücklicheres Leben. Die Annahme, dass es sowieso nichts mehr bringt im höheren Alter mit dem Sport anzufangen, gerade wenn man vorher kaum oder nie Sport gemacht hat, ist falsch. Egal wann man damit anfängt, jeder wird mit regelmäßigem Training von den positiven Effekten der Bewegung profitieren.

Es ist allerdings wichtig, sich vorher von einem Arzt untersuchen und das Training anfangs erst mal langsam angehen zu lassen. Nur dann, ist eine gesunde und fitte Lebensweise gesichert.



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