Was ist die richtige Technik für Senioren?

Technik für Senioren: Was lohnt sich wirklich?

Immer häufiger werden neue Technologien an Senioren vermarktet: egal ob Smartphones oder Tablets die speziell an Senioren gerichtet sind oder Schuhe mit einem GPS-Sender für Menschen mit Demenz. Bringt diese Technik für Senioren wirklich etwas, oder eignen sich auch ganz normale elektronische Geräte?

Jeder kann lernen mit neuer Technik umzugehen. Auch junge Leute müssen sich erst mit neuen Technologien auseinandersetzen bevor sie sie bedienen können. Allerdings haben sie schnelleren und direkteren Zugriff auf Hilfe durch das Internet oder Gleichaltrige. Ältere Menschen haben oft niemanden der ihnen die Geräte erklärt und ihnen hilft sich damit auseinanderzusetzen.

Senioren neigen dazu, unbekannte und neue Dinge mit Ausflüchten abzuwehren. Sprüche wie: „Ich kann das nicht. Das ist nichts für mich. Ich verstehe das nicht, ich bin zu alt“ fallen nur allzu oft. Denn sich länger mit etwas auseinanderzusetzen oder nach Hilfe zu fragen ist für sie mühsam und unangenehm.

Wenn die Geräte aber einen aktiven Mehrwert bieten, und eine gewisse Bereitschaft zu lernen herrscht, werden sie gerne von Senioren benutzt. In einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom gaben 50 Prozent der befragten Senioren mit einem Smartphone an, dass ihnen das Gerät den Alltag erleichtere, und sogar jeder Vierte gab an, ohne das Smartphone nicht mehr leben zu können.

Immer mehr Senioren mit Smartphone – ein Trend?

Der Anteil an Smartphone-Besitzern ab 65 Jahren ist 2017 auf 39 Prozent gestiegen, wo es im Vorjahr nur 28 Prozent waren. Bitkom gibt an, dass in dieser Gruppe auch in Zukunft das größte Wachstumspotenzial liegt. Viele fragen sich warum es dennoch so schwer ist entsprechende Technologien an Senioren zu vermarkten. Dies liegt vor allem daran, dass die Zielgruppe vom großen Angebot und der extensiven Nutzungsmöglichkeiten der meisten Geräte überfordert sind. Die Technik darf nicht nur Spielerei sein, sondern muss auch einen Nutzen haben. Gerade bei Überwachungssystemen eines Smart Homes, die beispielsweise durch Sensoren die Schritte einer Person genau aufzeichnen um abweichendes Verhalten zu identifizieren, wird die Technik nicht verstanden, da die Anwendungen zu komplex sind.

Außerdem machen diese Funktionen die Kunden skeptisch. Diese intelligenten Heimsteuerungssysteme gibt es nämlich schon seit den 1990er Jahren und enthielten Funktionen wie das automatische Ausschalten der Heizung, wenn ein Fenster geöffnet wird. Diese Neuerungen gingen jedoch nach hinten los, da sich die Kunden nicht bevormunden lassen wollen. Volckmar Runte, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik sagt: “Ältere stehen der neuen Technologie dann skeptisch gegenüber, wenn es um die Überwachung ihrer Person geht.“

Sie wollen sich ihre Selbstständigkeit durch die Kontrolle von Außen nicht nehmen lassen. Obwohl solche Funktionen und Heimsteuerungssysteme zwar überwachen, können Sie auch dazu führen, dass Senioren länger alleinständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Häufig haben auch Hilfsmittel ein schlechtes Image, da sie ihre Benutzer stigmatisieren. Gerade bei Hörgeräten oder Lesebrillen kann dies der Fall sein, und weitet sich danach auch auf weitere Unterstützung im Haus aus. Für Menschen die ihr bisheriges Leben eigenständig gelebt haben, ist es schwer zu akzeptieren, dass sie Hilfe benötigen und es ist ihnen peinlich womöglich auch noch ihre Kinder danach zu fragen.

Dabei bietet das Internet heutzutage so viele Möglichkeiten das Leben und den Alltag zu erleichtern, weshalb es gerade im höheren Alter sinnvoll ist es zu nutzen. Nicht nur Einkäufe können über das Internet erledigt werden, auch Behördenformulare können ohne lange Wartezeiten ausgefüllt werden, Öffnungszeiten, Wetterberichte und Nachrichten können abgerufen werden und vor allem kann der Kontakt zu Familie und Freunden leicht gehalten werden.

Vor dem Kauf eines Gerätes sollte man jedoch überlegen ob es Lebensqualität erhalten oder sogar schaffen kann. So können unterschiedliche Geräte Sinn machen. Ob Smartphone oder Tablet – beide bieten gewissen Vorteile: ein Tablet kann besonders für den Hausgebrauch sinnvoll sein, da es größer als ein Smartphone und somit eventuell leichter zu bedienen ist, aber dennoch tragbar bleibt. Ein Smartphone kann jedoch überall mithingenommen werden und ist für aktive Senioren hilfreich.

Die richtige Technik für Senioren unterstützt im Alltag

Es müssen nicht immer speziell entwickelte Geräte für Senioren oder innovative Sensorentechnik sein, gerade bei Smartphones und Tablets macht das wenig Sinn, da diese Geräte mittlerweile alle über Bedienungserleichterungen verfügen – man kann sich Inhalte vorlesen lassen, die Tasten und Ansichten vergrößern. Auch die Vielzahl an Apps kann Abhilfe schaffen, beispielsweise die Taschenlampen-Funktion, Navigationsgerät, Schrittzähler, Spracherkennung, Erinnerungsapps und auch Lösungen für sensorische, motorische und kognitive Defizite wie z.B. medizinische Selbstvermessung.

Es gibt allerdings wichtige Dinge auf die man beim Kauf eines Elektrogerätes achten sollte: wie schwer ist das Gerät, liegt es gut in der Hand? Wie leicht und intuitiv ist es zu bedienen? Wie kontrastreich ist das Display?

Um sicherzugehen, dass Senioren die Technik auch wirklich verstehen und zu ihrem Vorteil nutzen, kann es hilfreich sein, wenn Menschen in näherer Umgebung die Geräte erklären. Dies müssen nicht unbedingt die Kinder oder Enkel sein, da es viele Computerclubs, Technik-Beratungsstellen und VHS-Kurse in vielen Städten gibt, die nicht nur speziell für Senioren ausgelegt sind, sondern auch oft von Senioren gehalten werden. Auch verschiedene Webseiten, wie beispielsweise der Wegweiser Alter und Technik, informieren Senioren über verschiedene Technikgeräte  und deren Nutzen.



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