Regeln im Umgang mit Demenzkranken

Wie verändert sich ein Leben bzw. das der Angehörigen, wenn die Diagnose Demenz getroffen wird? Je nach Fortschritt und Ausmaß der Krankheit, sind Betroffene ständig auf Hilfe und Unterstützung angewiesen und mit der Zeit kaum mehr in der Lage, ihr Leben eigenständig zu regeln. Nicht nur für die Demenzkranken selbst, auch für die Angehörigen ist ein solcher Krankheitsfall meist eine extrem große Belastung und auch Herausforderung für den Alltag. Diese neuen Lebensumstände können den geregelten Ablauf komplett auf den Kopf stellen.

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Aufgrund von eigenen Verpflichtungen und Aufgaben, ist von Familienseite eine 24-Stunden-Betreuung kaum möglich. Doch das Pflegeheim muss nicht die einzige Alternative sein, die schließlich übrigbleibt. Bevor man sich entscheidet, wie man einen Demenzkranken schließlich behandelt, sollte man sich genau informieren, wie man mit diesem Menschen in der Zukunft umgeht. Hierzu schlagen wir Ihnen einige einfache und doch wichtige Regeln für den Umgang mit dementen Personen vor.

  • Harmonie von Berührung, Blick und Sprache
  • Das Abwägen von Risiken
  • Einfachheit sorgt für Verständlichkeit
  • Jeder demente Mensch ist einzigartig und verdient Respekt
  • Grenzen durchbrechen, Verbote vermeiden
  • Struktur und Training des Alltags
  • Der Umgang mit der Unruhe

Harmonie von Berührung, Blick und Sprache

Die kleinen Details machen für deinen Demenzkranken oft große Unterschiede aus. Man sollte darauf achten, begleitende Berührungen, bestimmte Blicke und eine genaue Sprache zu verwenden, um im Alltag eine sinnvolle Stütze sein zu können. Das fördert auch das sprachliche Verständnis, vermittelt Nähe und verstärkt die gedankliche Sicherung von Informationen.

Das Abwägen von Risiken bei Demenz

Es sollte ein vernünftiger Kompromiss zwischen zwei Wünschen gefunden werden:

  1. Der Wunsch nach der Gewissheit, dem an Demenz Erkrankten ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.
  2. Der Wunsch, es möglich zu machen, dem Kranken viel Raum zum Gewähren zu lassen.

Natürlich ist dieser Spagat äußerst schwierig. Bedenken Sie, dass ein Leben immer mit gewissen Risiken verbunden ist. Man sollte darauf achten, dass trotz genügender Sicherheit durchaus noch Platz für Erlebnisse und Aktivitäten (auch außerhalb des Hauses) bleibt.

Einfachheit sorgt für Verständlichkeit

Das Umfeld eines an Demenz Erkranten muss unkompliziert, überschaubar und so einfach wie möglich sein. Als Betreuer kann dies verstärkt werden, indem eindeutige Mitteilungen ausgesprochen und kurze Sätze verwendet werden. Abstrakte Begriffe oder Fremdwörter sollten vermieden werden – genauso wie doppelte Verneinungen oder „Wenn, dann“ Sätze. Bei der Gestaltung der räumlichen Umgebung sollte darauf geachtet werden, die Wege frei zu halten und den vorhandenen Platz nicht mit verwirrenden Gegenständen oder Möbeln zu verstellen. Auch verschlossene Behältnisse oder Schränke könnten für demente Menschen bereits zu einer Beunruhigung beitragen.

Jeder demente Mensch ist einzigartig und verdient Respekt

Lassen Sie sich auf die Realität des Demenzkranken ein. Mögliche Korrekturen im Alltag sollten diskret, würdevoll, stilvoll und eventuell mit einer Prise Humor vonstattengehen. Es sollte vermieden werden, dass sich der Kranke schämen oder in seiner Ehre verletzt fühlen muss. Berichten Sie auch nicht gegenüber Dritten über den Zustand des Kranken, wenn er mit dabei ist – auch wenn Sie das Gefühl haben, dass derjenige gerade gar nichts mitbekommen sollte.

Grenzen durchbrechen, Verbote vermeiden

Demenzkranke Menschen stoßen immer wieder an Grenzen, an unüberwindbar scheinende Mauern und/oder erfahren Zurückweisungen. Diese Erlebnisse sorgen für immer mehr Verunsicherung und tragen zu einem schnelleren Fortschreiten der Krankheit bei. Helfen Sie dem Menschen, indem Sie Verbote vermeiden. Wenn es einen unerfüllbaren Wunsch gibt, rücken Sie weitere Vorschläge an diese Stelle, um die Entscheidung positiv zu gestalten. Bestenfalls kann der demente Mensch am Ende selbst sogar wählen und wird dadurch auch aktiviert. Dies sind zwar nur kleine, aber durchaus wichtige Elemente, die zu einem Gefühl der Freiheit beitragen.

Struktur und Training des Alltags

Schaffen Sie dem zu betreuenden Menschen einen strukturierten Tag, indem Sie ihn z.B. dazu anregen, bestimmte vertraute Tätigkeiten weiterhin (oder wieder) auszuüben. Wichtig ist dann allerdings die Variation der Aktivitäten. Es kann sich dabei um alltägliche Erledigungen wie z.B. Essenszubereitung, Abwasch oder Näharbeiten handeln.
Ein Demenzkranker kann außerdem auch trainiert werden. Dabei geht es um Übungen, die die Hirnleistung verbessern können, um Routine zu entwickeln, Wissen und Alltagskenntnisse zu vertiefen und um die Konzentration und Aufmerksamkeit zu schärfen.
Eine Schaffung täglicher Rituale ist ebenso ratsam, um das Trainierte immer wieder neu anzuwenden. Dabei sollte die Umgebung stets die gleiche bleiben.

Der Umgang mit der Unruhe

Bei der Betreuung und Pflege von dementen Menschen ist es eines der schwierigsten Probleme: die häufig auftretende Unruhe, bzw. die motorische Überaktivität. Denken Sie daran, dass diese Menschen aufgrund ihrer Krankheit den eigenen Weg nicht finden können. Genauso werden Gefahren unterschätzt und sie verlieren jegliches Zeitgefühl. Der Unruhe wird häufig versucht entgegen zu wirken, indem Medikamente verabreicht werden. Zum Teil kommt es auch vor, dass die betroffenen Menschen fixiert werden. Solche Maßnahmen sollten aber grundsätzlich die Ausnahme bleiben. Es sollte viel eher das Ziel geben, die entstehenden Gefahrenquellen ausfindig zu machen und aus dem Weg zu räumen. Es ist unbedingt notwendig, dem Kranken so viel Lebensqualität wie möglich zu erhalten.

Die sehr oft auftretende Unruhe kann dabei verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise wiederholen an Demenz erkrante Menschen oft dieselben, gewohnten Handlungen. Außerdem fühlen sie sich aufgrund von Orientierungsstörungen unsicher und deshalb auch unruhig. Gedächtnisstörungen tragen zudem dazu bei, dass demente Menschen sich in ihrer Umwelt nicht wohl fühlen und ständig auf der Suche sind. So kommt es auch dazu, dass der Tag-Nacht-Rhythmus leidet und die Betroffenen auch nachts umherlaufen.

Versuchen Sie sich als Betreuer, so gut wie möglich auf diese Umstände einzustellen, um passend auf die sich verändernde Lebenssituation reagieren zu können. Je besser Sie vorbereitet sind, desto besser können Sie auch den Alltag des dementen Menschen unterstützen.

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