Durch den Pflegenotstand herrscht Fachkräftemangel und Qualitätsverlust in der Versorgung.

Der Pflegenotstand in Deutschland

Der Pflegenotstand in Deutschland sorgt schon seit einigen Jahren für Unruhe. Berufe im Pflegebereich sind oft kräftezehrend und anstrengend, denn es gibt nicht genug Pflegefachkräfte.
Der Pflegenotstand ist jedoch laut einiger Meinungen selbst verschuldet.
Anfang der 2000er Jahre wurden Fallpauschalen eingeführt, um eine Kostendämpfung im Gesundheitswesen zu erreichen. Vorher zahlten Krankenkassen für die Anzahl der Tage die ein Patient im Krankenhaus verbrachte. Jetzt zahlen sie nach Diagnose, also jeder Patient wird als Fall abgerechnet. Je schneller der Fall behandelt wird und das Krankenhaus verlässt, desto lukrativer ist es für das Krankenhaus.

Früher bekam ein Krankenhaus je länger ein Patient dort lag auch mehr Geld für Behandlungen. Wenn ein Patient also eine lange Behandlung auf Grund einer komplizierten Erkrankung brauchte, bekam das Krankenhaus mehr Geld. Dies hatte allerdings auch zur Folge, dass Patienten manchmal länger im Krankenhaus blieben als nötig. Um dem entgegenzuwirken wurde die Vergütung nach Fallpauschale eingeführt und erzielte auch Erfolge. Die durchschnittliche Dauer eines Krankenhausaufenthaltes hat sich von 14 Tagen auf ca. 7,7 Tage halbiert.

Blutige Entlassung statt vollständiger Heilung

Diese Umstellung hat allerdings auch viele negativen Auswirkungen. Krankenhäuser suchen sich die lukrativsten Behandlungsfälle aus und nehmen dafür weniger lukrative Patienten nicht auf. Außerdem werden Patienten mit noch blutigen Operationswunden entlassen, um so schnell wie möglich das Bett zu leeren und Geld zu sparen. In der Branche nennt man das treffend „blutige Entlassung“.

Gleichzeitig heißt das für die Pfleger, dass immer weniger Patienten mit nur kleineren Beschwerden im Krankenhaus sind, sondern oft nur noch Schwerkranke. Und nicht nur die steigenden Fallzahlen belasten die Pfleger, sondern auch, dass die Patienten in Krankenhäusern im Schnitt immer älter werden. Laut Studien ist jeder sechste Patient im Krankenhaus über 80 Jahre alt und die Hälfte aller Patienten über 60 Jahre alt. Diese Patienten leiden häufig an vielen chronischen Krankheiten, werden allerdings immer schneller wieder entlassen.

Dies wirkt sich dementsprechend auch negativ auf die Patienten aus. Es fehlt ihnen an zwischenmenschlichem Kontakt und sie werden durch frühzeitige Entlassungen in ihrer Gesundheit gefährdet. Einige Studien zeigen auf, dass eine unterbesetzte oder überlastete Pflege zu mehr Herzstillständen, Thrombosen und Blutungen in den Krankenhäusern führt. Demnach müssen unbedingt Ausbildungsplätze und Einstellungen im Pflegebereich gefördert werden.

Personalmangel ist Hauptgrund für Pflegenotstand in Deutschland

Laut der Gewerkschaft ver.di fehlen in Deutschland jetzt bereits über 70.000 Pflegefachkräfte, und diese Zahl wird drastisch steigen. Der Deutsche Pflegerat prognostiziert, dass bis zum Jahr 2030 ca. 300.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Die Pflegebranche befindet sich in einem Teufelskreis, denn die immer größer werdenden Belastungen der einzelnen Pfleger, geringfügige Bezahlung und zu wenig Anerkennung machen Berufe in der Pflegebranche unattraktiv. Viele Pfleger haben den Beruf erlernt um Menschen zu helfen, sehen sich jedoch mit der momentanen Situation nicht in der Lage ihren Beruf anständig ausüben zu können. Dies führt zu erhöhtem Stress bei den Pflegern, Krankheiten, häufige Berufswechsel oder reduzierten Arbeitszeiten. Die verbliebenen Pfleger müssen dann also noch mehr Arbeit übernehmen und der Beruf wird noch unattraktiver.

Die Politik muss eingreifen und ein Wandel muss stattfinden. Die Bundesregierung hat ein Pflegestellen-Förderprogramm auf die Beine gestellt, dass bis einschließlich 2018 insgesamt 660 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Ab 2019 soll dann eine jährliche Fördersumme von 330 Millionen Euro in die Pflegebranche fließen. Allerdings können dadurch dennoch nur ein Zehntel des prognostizierten Bedarfs gedeckt werden.

Zusätzlich löst es nicht das Problem, dass nur wenige noch eine Pflegeausbildung machen oder dass viele frisch Ausgebildete den Job schnell wieder wechseln. Laut Schätzungen des Deutschen Pflegerats arbeiten die meisten ausgebildeten Pflegekräfte höchstens zehn Jahre in dieser Branche.

Rolf Höfert vom Deutschen Pflegerat sagt, dass sich die Bedingungen des Berufs daher drastisch bessern müssen. Dazu gehört eine gute Infrastruktur und Unternehmenskultur um Mitarbeiter zu binden. Außerdem muss die Vergütung verbessert, die Arbeitszeiten reduziert und flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt werden.

Care Klima Index soll Einsicht geben

Um regelmäßig die Stimmungslage der Pflegebranche zu ermitteln hat der Deutsche Pflegetag den „Care Klima Index“ in Auftrag gegeben. Für den Care Klima Index 2017 wurden ca. 2000 Personen aus dem Pflegebereich befragt. Aus dem Care Klima Index 2017 geht hervor, dass Personalmangel und Pflegequalität die hauptsächlichen Probleme und Verursacher für den Pflegenotstand in Deutschland sind. Pflegekräfte fühlen sich von der Politik und der Regierung im Stich gelassen und haben das Gefühl, dass die Pflege nur einen geringen Stellenwert hat. Die Pflegebranche spricht selber negativ über die eigene Arbeit, denn die Hälfte aller Befragten stuft die Pflegequalität nur als mittelmäßig ein, während mehr als ein Viertel sie sogar als mangelhaft einstuft. Traurig ist, dass zwei Drittel der befragten Pflegekräfte keine Hoffnung haben, dass sich die Probleme in der Zukunft verbessern werden.

Nachdem vorrangig Pflegebedürftige und deren Familien von den meisten Verbesserungen in der Pflege profitiert haben, ist es nun an der Zeit, dass die Regierung mehr in Pflegepersonal investiert. Denn nur so kann die Branche langfristig gesichert werden und der Bedarf in Zukunft gedeckt werden.

Der Pflegenotstand in Deutschland hat zur Folge, dass Pflegebedürftige oft keinen Platz mehr in guten Pflegeheimen oder werden in Krankenhäusern vernachlässigt. Eine gute Alternative dazu ist die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim. Dies hat den Vorteil, dass Pflegebedürftige in ihrer gewohnten Umgebung gepflegt werden können und sich die Betreuungsperson intensiv um die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen kümmern kann. Informieren Sie sich hier über eine 24-Stunden-Betreeung mit polnischen Betreuungskräften, die von SunaCare vermittelt werden.



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