Mehr Leistungen bei Demenz

Seit diesem Jahr werden Demenzkranke und ihre pflegenden Angehörigen seitens des Gesetzgebers finanziell entlastet. Dass bedeutet, dass die Betroffenen mit mehr Leistungen von der Pflegekasse rechnen können.

Hintergrund:
Demenzpatienten lassen sich nur schwer in die vom Gesetzgeber dafür vorgesehenen Pflegestufen einordnen. Demenzkranke brauchen, auch wenn sie noch in der Lage sind, selbständig ihrer Körperhygiene nachzugehen oder zu essen, immer eine Person, die 24 Stunden auf sie aufpasst. Die Definitionen vom Gesetzgeber für „pflegebedürftig oder nicht“ werden den Ansprüchen der Patienten also in keinem Fall gerecht. Die Verbesserungen der Pflegekasse waren längst überfällig und sind nun vor allem für die pflegenden Angehörigen ein kleiner Lichtblick.

Neu ist zudem, dass die Pflegekasse schneller reagieren muss.
Konkret bedeutet dies, dass die Kasse binnen 14 Tage nach dem Antrag auf Pflegegeld eine Beratung anbieten muss – und zwar auch im Hause des Patienten. Auch der Hausbesuch des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung), dessen Gutachter die Pflegebedürftigkeit des Patienten einstufen, muss nun rascher erfolgen. Spätestens fünf Wochen nach Antragseingang muss dann das Ergebnis mit der entsprechenden Pflegeeinstufung vorliegen; andererseits muss die Kasse eine Strafzahlung an den Versicherten leisten. Diese liegt bei 70 Euro pro angefangene, überzogene Woche.

Über deutliche Verbesserungen können sich auch Angehörige freuen, die Demenzpatienten ohne eine Pflegestufe betreuen.
Hier stehen seit Jahresbeginn 120 Euro pro Monat zur Verfügung, wenn sie von einem Familienmitglied gepflegt werden und 225 Euro monatlich, wenn ein professioneller Dienst die Pflege übernimmt. Auch in den Pflegestufen 1 und 2 steht jetzt mehr Geld im Monat zur Verfügung. Die Demenzkranken und ihre pflegenden Angehörigen können mit diesen Zuschüssen nun auch andere Dienstleistungen wie zum Beispiel Vorlesen, Spielen oder Spazierengehen bezahlen.

Auch in Sachen Pflegeaufwand und Pflegezeit gibt es einige Neuerungen.
Bisher wurden Leistungen wie etwa Haarwäsche oder Duschbad seitens der Pflegedienste punktuell abgerechnet. Seit dem 1. Januar 2013 können die Patienten mit dem ambulanten Pflegedienst auch per Zeitkonto abrechnen. Wer also beispielsweise weniger Zeit für die Haarpflege verwendet, kann diese Minuten dann auch für ein ausführlicheres Wannenbad verwenden. Im Ergebnis bedeutet das mehr Flexibilität sowohl für die Pflegedienste als auch für die Patienten, auf deren Wünsche so besser eingegangen werden kann.

Weitere Verbesserungen seitens des Gesetzgebers gibt es zudem für betreuende Angehörige, die beispielsweise aus eigenen Krankheitsgründen die Pflege nicht mehr übernehmen können und längerfristig ausfallen. Auch bei einem wohlverdienten Urlaub des Betreuenden von der Pflege übernimmt nun die Kasse die Hälfte des Pflegegeldes.

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