Welche Leistungen pro Pflegegrad kann man von der Pflegekasse erhalten?

Leistungen pro Pflegegrad 2018 – Pflegegeld und Pflegesachleistungen einfach erklärt

2017 ist das neue Pflegegesetz mit seinen neu vorgestellten Pflegegraden anstatt der bisherigen Pflegestufen in Kraft getreten. Dies soll für die Betroffenen vor allem ein höheres Maß an finanzieller Unterstützung u.a. durch höheres Pflegegeld bedeuten. Gesetzgeber versprechen mehr Leistungen pro Pflegegrad und beziehen den Verlust der patienteneigenen Selbstständigkeit stärker in die Bewertung der Pflegebedürftigkeit mit ein.

Es herrscht seit der Umstellung jedoch immer noch Verwirrung über die Veränderungen von Pflegestufen zu Pflegegraden.

Die größte Umstellung ist, dass es seitdem mehr Menschen gibt, deren Pflegeleistungen bewilligt werden. Die Demenzbetreuung sowie die 24-Stunden-Pflege in häuslicher Umgebung gehören seit jeher zu den wichtigen Bausteinen des Pflegeangebots, für das nun mehr Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Im Video „Pflegestufen und Pflegegrade 2018 – Wo ist der Unterschied?“ erfahren Sie weitere Informationen über die genauen Unterschiede, die stattgefunden haben.

Die nachfolgenden Informationen rund um das Thema Leistungen pro Pflegegrad sollen allen Betroffenen und ihren Angehörigen als praktischer Leitfaden dienen.

Das Pflegestärkungsgesetz II bietet viele neue Vorteile und Leistungen pro Pflegegrad für die Pflege zu Hause.

Das Pflegestärkungsgesetz II wurde vor allem deshalb eingeführt, um eine bessere Einschätzung der individuellen Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen liefern zu können, Pflegepersonen zu entlasten und vor allem die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen zu stärken.

Hierfür wurden verschiedene Angebote für die Pflege zu Hause erschaffen, wobei die Pflegekassen dabei zwischen drei Angebotsformen unterscheiden:

  1. Betreuungsangebote bei denen geschulte, ehrenamtliche Helfer unter pflegefachlicher Anleitung die Tages- oder Einzelbetreuung zu Hause übernehmen
  2. Angebote zur Entlastung der Pflegeperson durch ausgebildete Pflegebegleiter
  3. Angebote zur Entlastung im Alltag wie z.B. Haushaltshilfe

Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Wenn man vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen begutachtet und in einen Pflegegrad eingeteilt wurde, hat man Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistung von der Krankenkasse.

Der Unterschied zwischen den beiden Leistungen ist:

  • Pflegegeld: wenn die Pflege der betroffenen Person zu Hause von einem Angehörigen / Bekannten durchgeführt wird, erhält die pflegebedürftige Person bzw. die Pflegeperson monatliches Pflegegeld direkt von der Kasse ausbezahlt

  • Pflegesachleistung: wenn die Pflege der betroffenen Person zu Hause von einem professionellen Pflegedienst durchgeführt wird, zahlt die Kasse direkt an den Pflegedienst die sogenannte Pflegesachleistung

Eine Kombinationsleistung ist auch möglich, wenn beispielsweise die Pflege normalerweise durch Angehörige durchgeführt wird, allerdings für manche Aufwendungen ein professioneller Pflegedienst hinzugezogen werden muss.

Sofern die Pflegesachleistungen durch den Einsatz professioneller Pflegekräfte nicht ausgeschöpft werden, kann der Differenzbetrag sogar als Aufstockung des monatlichen Pflegegeldes für die Angehörigen genutzt werden.

Die Leistungen pro Pflegegrad variieren, deshalb ist es wichtig, dass man in den richtigen Pflegegrad eingeteilt wird.

Einteilung in Pflegegrade

Die Leistungen pro Pflegegrad unterscheiden sich, je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit. Die Einteilung in einen Pflegegrad erfolgt anhand einer Punkteskala des Neuen Begutachtungs-Assessments (NBA) durch den MDK.

Anhand des NBA können Pflegebedürftige, einen Punktwert zwischen 0 und 100 erreichen. Je nach Punktzahl werden Sie einer der fünf Pflegestufen zugeordnet:

Unter 12,5 Punkte:kein Pflegegrad
bis 27 Punkte:Pflegegrad 1
bis 47,5 Punkte:Pflegegrad 2
bis 70 Punkte:Pflegegrad 3
bis 90 Punkte:Pflegegrad 4
bis 100 Punkte:Pflegegrad 5

100 Punkte sind beispielsweise pflegebedürftige Menschen mit schwerster Demenz oder im Wachkoma.

Welche Leistungen pro Pflegegrad stehen einem zu?

Da es fünf Pflegegrade gibt, fragen sich viele welche Leistungen pro Pflegegrad es überhaupt gibt und was einem zusteht.

Welche Leistungen pro Pflegegrad stehen einem zu?

Pflegegrad 1:

Pflegegrad 1 stellt eine geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten dar. Benötigt werden hier in der Regel lediglich leichte pflegerische Tätigkeiten, wie Hilfe beim Ankleiden oder dem Waschen des Körpers und leichte Unterstützung im Haushalt, also beim Kochen, Putzen und Wäschewaschen, sowie dem Verlassen des Hauses -> man erhält KEIN Pflegegeld

Pflegegrad 2:

Pflegegrad 2 stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit dar. Der pflegerische Aufwand ist bereits wesentlich höher, als in Pflegegrad 1, da ein selbstständiger Toilettengang für den Pflegebedürftigen meist nicht mehr möglich ist. Hilfe muss also öfter am Tag und in kürzeren Abständen geleistet werden. -> die Betroffenen erhalten bis zu 316€ Pflegegeld monatlich oder bis zu 689€ im Monat für Pflegesachleistung

Pflegegrad 3:

Pflegegrad 3 stellt eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit dar. Personen ohne geistige Beeinträchtigung leiden meist unter enormen motorischen Problemen; demente oder geistig behinderte Pflegebedürftige in diesem Grad haben in der Regel enorme kognitive Einschränkungen -> die Betroffenen erhalten bis zu 545€ Pflegegeld monatlich oder bis zu 1.289€ monatlich an Pflegesachleistung

Pflegegrad 4:

Pflegegrad 4 stellt eine schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit dar. Diese Personen sind in der Regel entweder durch vollständige Immobilität und/oder eine fortgeschrittene Demenzerkrankung beeinträchtigt. Dies bedeutet, dass eine selbstständige Bewältigung des Alltages nicht mehr möglich ist -> die Betroffenen erhalten bis zu  728€ Pflegegeld monatlich oder bis zu 1.612€ monatlich an Pflegesachleistung

Pflegegrad 5:

Pflegegrad 5 stellt eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit zuzüglich besonderer Anforderungen für den Pfleger dar. In diesem Stadium ist bei den Pflegebedürftigen in fast allen Fällen keinerlei Eigenaktivität mehr möglich. Sie sind vollständig auf die Aktion des Pflegers angewiesen. Hier werden auch Menschen im Wachkoma oder Patienten mit Demenz eingestuft -> die Betroffenen erhalten bis zu  901€ Pflegegeld monatlich oder bis zu 1.995€ monatlich an Pflegesachleistung

Bei allen Pflegegraden, auch Pflegegrad 1, ist es  möglich Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von bis zu 125€ monatlich zu erhalten. Hiermit kann man beispielsweise an einer anerkannten Betreuungsgruppe teilnehmen oder anerkannte Alltagsbegleiter, Einkaufshilfen oder Haushaltshilfen beschäftigen.

Die ausgeschütteten Sachleistungen können übrigens nicht nur für die professionelle Teilzeitpflege in den eigenen vier Wänden, sondern auch für die 24-Stunden-Pflege genutzt werden. SunaCare bietet diesen Service einer professionellen Vollzeitbetreuung an. Diese Intensivpflege bedeutet, dass die fachkundigen und qualifizierten Pflegekräfte in den Haushalt der zu pflegenden Person einziehen, um dort die erforderlichen Pflegearbeiten zu leisten und als Ansprechpartner für Notfälle zur Verfügung zu stehen. Wenngleich die Angehörigen bei diesem Pflegeangebot unterstützend tätig werden, da die vermittelten Pflegekräfte selbstverständlich nicht rund um die Uhr arbeiten, sorgt dieser Ansatz für ein wesentlich höheres Sicherheitsgefühl. Sowohl die Betroffenen als auch ihre pflegenden Familien wissen, dass sie im Fall der Fälle nicht sich selbst überlassen sind.

Antragstellung und Einschätzung durch den MDK

Wenn eine Person pflegebedürftig wird, kann Sie oder ein gesetzlicher Vertreter bei der jeweiligen Pflegekasse einen Antrag auf Erteilung eines Pflegegrades stellen. Erst mit einem zugewiesenen Pflegegrad hat man Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Im Anschluss an die Antragsstellung erfolgt die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen(MDK). Der MDK nimmt die Einstufung in die verschiedenen Pflegegrade mittels dieser Kriterien vor:

  1. Mobilität (zählt 10%)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (2 & 3 zählen zusammen 15%)
  4. Selbstversorgung (zählt 40%)
  5. Bewältigung von, und selbstständiger Umgang mit, krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen/Belastungen (zählt 20%)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt (zählt 15%)

Um eine korrekte Einschätzungen abgeben zu können, muss sich dem MDK beim Hausbesuch ein möglichst authentisches Bild bieten. Alle Angehörigen sind daher dazu angehalten, den Umfang der Pflegebedürftigkeit nicht künstlich zu mindern und einen offenen Umgang mit allen Schwächen der pflegebedürftigen Betroffenen zu pflegen. Der Gutachter sollte unmissverständlich erkennen, wie viel Hilfe tatsächlich erforderlich ist und welche Aufgaben die Patienten nicht mehr selbstständig bewerkstelligen können. Bei solch einem Besuchstermin ist es zudem sinnvoll, wenn der Gutachter eine detaillierte Liste mit allen erforderlichen Umbaumaßnahmen sowie den benötigten Pflegemitteln erhält, da sich diese Faktoren ebenso auf den realen Pflegeaufwand auswirken.

Zusätzliche Leistungen für die Pflege zu Hause

Durch die überarbeiteten Pflegegrade und Leistungsbeiträge können viele Pflegebedürftige mehr Leistungen pro Pflegegrad für die Pflege zu Hause erhalten.
Bis zu 40€ im Monat kann man für Verbrauchsprodukte wie zum Beispiel Betteinlagen erhalten und bis zu 4.000€ können bei Umbauten pro Maßnahme beantragt werden, beispielsweise für den Einbau eines Treppenlifts.

Anträge zu stellen und Pflegehilfsmittel zu erhalten ist nun einfacher geworden. Alle Pflegehilfsmittel, wie z.B. Duschstühle, die vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung empfohlen werden, müssen nun nicht mehr extra beantragt werden.

Seit 2017 hat jeder ambulante Pflegedienst neben den köperbezogenen Pflegemaßnahmen auch pflegerische Betreuungsmaßnahmen anzubieten, wie z.B. Freizeitgestaltung oder Gedächtnistraining, die auch als Sachleistungen von manchen Pflegekassen abgerechnet werden können.

Entlastungen der pflegenden Angehörigen

Neben den Leistungen pro Pflegegrad, wurde auch dieAngebotsvielfalt für die Pflege zu Hause erweitert um Pflegebedürftige und Angehörige zu Hause zu entlasten. Die Kurzzeitpflege wurde auf bis zu acht Wochen im Jahr erweitert und auch die Ersatzpflege bei Verhinderung der Pflegeperson wurde verbessert. In unserem Beitrag über Verhinderungspflege erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu dem Thema, sowie ein Video mit einer Erklärung zu Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
Durch diverse Hilfestellungen, Leistungen und Absicherungen erleichtert die Pflegeversicherung die pflegenden Angehörigen.

Gerade die pflegenden Angehörigen leiden oft sehr da sie neben der Pflege auch noch ihr eigenes Leben führen und oft keine Zeit mehr für die einfachsten Dinge habe. Bei Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 2-5, hat die Pflegeperson, wenn sie nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeitet, Anspruch auf Beitragszahlungen der Pflegekassen in die Rentenversicherung und Absicherung bei eventueller Arbeitslosigkeit.
Der Medizinische Dienst muss dazu feststellen ob die Pflegeperson eine oder mehrere Personen wenigstens zehn Stunden wöchentlich und verteilt auf mindestens zwei Tage in der Woche pflegt.
Die wöchentliche Mindestpflege wurde also von mindestens 14 Stunden auf 10 Stunden abgesenkt und Betreuungszeiten werden nun auch als Pflegezeiten miteinbezogen.

Pflegepersonen sind seit 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert. Hierzu muss unmittelbar (maximal ein Monat) vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben oder eine Leistung wie z.B. Arbeitslosengeld bezogen worden sein. Die Beiträge hierzu werden aus 50% der monatlichen Bezugsgröße errechnet. Die Pflegeperson ist am Beitragsaufkommen nicht beteiligt, da die Beiträge von der Pflegekasse oder einem privaten Pflegeversicherungsunternehmen übernommen wird.

Die Vorteile einer 24-Stunden-Pflege am Beispiel von SunaCare

Sobald die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad erfolgt ist, können die Betroffenen und Angehörigen die ihnen zustehenden Pflegegeld- und -sachleistungen in Anspruch nehmen. Besonders für pflegende Familienmitglieder, die sich zum ersten Mal mit den ganz eigenen Herausforderungen der häuslichen Pflege konfrontiert sehen, stellt die 24-Stunden-Pflege daheim eine große Hilfe dar. Gerade zu Beginn ist die Unsicherheit groß. Viele Angehörige plagen sich mit der ständigen Angst, dass sie ihrem pflegebedürftigen Verwandten nicht gerecht werden könnten. Einen geliebten Menschen ins Pflegeheim umzusiedeln, ist vielfach jedoch keine denkbare Alternative. Mit einer 24-Stunden-Kraft, die bei den Betroffenen einzieht, lässt sich die häusliche Pflege demnach viel besser organisieren.

Die von SunaCare vermittelten Fachkräfte können die Pflegezeiten nach Absprache übernehmen, welche es den Angehörigen ermöglichen, ihrem Beruf nachzugehen. Gleichzeitig können auch Zeiten eingeplant werden, zu denen die Angehörigen von der aktiven Unterstützung des Pflegefachpersonals profitieren. Somit können die ehrenamtlich pflegenden Personen ihre Pflegekompetenzen im Sinne der Betroffenen aktiv ausbauen. Die besorgniserregenden Zustände in manchen deutschen Pflegeheimen bleiben den Patienten erspart, während sie von liebevoller, individueller und bedarfsgerechter Pflege in ihrem gewohnten Umfeld profitieren.



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