Gleichgewichtsprobleme und Schwindelanfälle

Ein gestörter Gleichgewichtssinn gehört zu einer der häufigsten Erkrankungen bei Senioren – mit besonders schweren Folgen. Setzen regelmäßig Schwindelattacken ein, leiden hierunter häufig auch gleichzeitig die Orientierung und somit das Vertrauen in die eigene Selbstständigkeit. Besonders gravierend sind meist die Folgeprobleme, die aus Schwindelbeschwerden resultieren – wen Gleichgewichtsschwierigkeiten unerwartet in der Bewegung treffen, der zieht sich besonders im höheren Alter schnell starke Verletzungen zu. Ärzte raten, sich dieser Problematik rechtzeitig anzunehmen und bereits frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Was gegen Schwindel hilft und worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Probleme mit dem Gleichgewichtssinn gehören nicht nur zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Senioren ihren Hausarzt konsultieren, sondern auch als Grund für weitere schwerwiegende Probleme. Über die Hälfte aller Menschen über 70 haben regelmäßig Probleme mit dem Gleichgewicht, besonders häufig sind Frauen betroffen. Das größte Problem: Schwindel wird häufig nicht allein als solcher wahrgenommen, sondern immer wieder fälschlicher Weise mit dem Beginn anderer, schwerer Erkrankungen wie beispielsweise einem Schlaganfall, assoziiert. Hierdurch treten gleichzeitig mit Schwindelanfällen oft Panikattacken auf, welche sich stark auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Um solchen Befürchtungen und Folgeverletzungen durch Stürzen vorzubeugen ist es wichtig, Gleichgewichtsstörungen rechtzeitig zu diagnostizieren und mit einer Behandlung zu beginnen.

Gleichgewichtsprobleme frühzeitig erkennen

Was sind die Ursachen für regelmäßige Schwindelanfälle? Die eigentlichen Auslöser sind breit gefächert, häufig treten, besonders in höherem Alter, gleich mehrere gleichzeitig auf. Zu den am meisten verbreiteten Faktoren zählen zum Beispiel Flüssigkeitsmangel, verminderte Sehkraft oder Erkrankungen des Innenohrs. Ebenso sorgen Durchblutungsstörungen, vor allem im Gehirn und Herz-Kreislauf-Probleme für häufig auftretende Gleichgewichtsprobleme. Wie bei vielen Beschwerden spielen auch psychologische Faktoren häufig eine Rolle. Bei Senioren mit verschiedenen anderen Erkrankungen können für regelmäßige Schwindelanfälle auch Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten der Auslöser sein.
In den meisten Fällen gelten als Grund für regelmäßige Schwindelattacken auch gewisse kleine Kalziumkristalle, welche sich im Innenohr befinden, mit dem Alter zu Zerfallen beginnen und sich so im gesamten Sinnesorgan festsetzen. Von dort senden Sie falsche oder irreführende Signale an das Gehirn. Hierdurch kann die räumliche Orientierung stark beeinträchtigt werden. Ärzte suchen noch nach einem Medikament gegen diesen Verschleiß der Kristalle, mit bestimmten Lagerungsübungen und einer physiotherapeutischen Behandlung kann den Schwindelattacken allerdings vorgebeugt werden.

So verschieden wie die Gründe für häufige Schwindelanfälle sind auch die Ausprägungen, die solche Gleichgewichtsstörungen annehmen können. Für die behandelnden Ärzte ist es wichtig zu wissen, wie genau sich diese äußern. So macht es medizinisch einen wichtigen Unterschied, ob der Erkrankte über ein Drehgefühl klagt oder glaubt, die Standkraft der Beine zu verlieren und einfach wegzusacken. Weiterhin ist es wichtig zu unterscheiden, ob in erster Linie die Angst vorherrscht, das Bewusstsein zu verlieren, oder es immer wieder buchstäblich „schwarz vor den Augen“ wird.

Folgeprobleme aus Gleichgewichtsbeschwerden

Das Schwindelgefühl selbst ist zwar unangenehm, aber medizinisch nicht problematisch. Besonders schlimm sind dagegen allerdings die Folgen, welche aus plötzlichen und unerwarteten Schwindelanfällen resultieren können. Als häufigstes Problem gelten hier vor allem gefährliche Stürze, welche gravierende Verletzungen nach sich ziehen, von denen sich Schwindelpatienten häufig nur schwer erholen können. Mehr als jeder Dritte der Senioren über 65 Jahren stürzt im Durchschnitt mindestens einmal im Jahr, mit steigendem Alter steigen sowohl die Sturzwahrscheinlichkeit als auch die Schwere der Verletzungen. Hieraus ergibt sich häufig eine geradezu chronische Angst vor Stürzen und damit eine Furcht davor, selbstständig und viel zu laufen – weshalb die Muskelkraft immer weiter schwindet und das Halten auf den eigenen Beinen mit der Zeit immer beschwerlicher wird. Als Konsequenz ergibt sich hieraus häufig der Umzug ins Pflegeheim, da ein eigenständiges, autonomes Wohnen nicht mehr möglich ist.

Behandlungsansätze bei Gleichgewichtsproblemen

Für die Behandlung chronischer Gleichgewichtspatienten müssen Physiotherapeuten und Ärzte mit den pflegenden Personen der Senioren in der Regel gemeinsam an einem Strang ziehen. Zu Beginn einer Behandlung ist eine Bestandsaufnahme nötig, die zeigt, wie stark der Patient seine Beine noch beanspruchen kann und welche Lauf- und Drehgeschwindigkeiten noch realisiert werden können. Auf Basis der Testergebnisse können anschließend individuelle Übungen ausgearbeitet werden, um Bewegung, Kraft und Gleichgewicht nach und nach wieder zu schulen. Im Mittelpunkt der Therapie stehen vor allem alltägliche Aufgaben wie beispielsweise das Aufhängen von Wäsche und das Anziehen von Strümpfe. Einige Übungen können auch von Zuhause aus, bei starken Gleichgewichtsproblemen am besten unter Aufsicht, ausgeführt werden. Alltagstauglich sind zum Beispiel:

  • Aufstehen – Von der Vorderkante eines Stuhls langsam erheben, ohne die Arme abzustützen. Diese strecken Sie am besten gerade aus, eine leichte Beugung des Oberkörpers nach vorne unterstützt bei der Durchführung
  • So weit wie möglich – Aufrecht sitzend den Kopf mehrmals langsam zu beiden Seiten und anschließend nach oben und unten drehen. Versuchen Sie die Drehung so weit wie möglich durchzuführen, sollten Schmerzen oder Schwindel auftreten brechen Sie die Übung ab
  • Fester Stand – Im Stand die Füße eng aneinander stellen und mit den Armen das Gleichgewicht ausbalancieren. Gelingt Ihnen dies ohne Probleme, versuchen Sie die selbe Übung mit voreinander platzierten Füßen
  • Streckbeugen – Stehen Sie hüftbreit und strecken Sie die Arme gerade aus. Versuchen Sie anschließend langsam, den Oberkörper zu senken und die Arme möglichst weit nach unten zu strecken

Wenn Sie diese Übungen regelmäßig ausführen und wiederholen, können Sie plötzlichen Schwindelattacken sehr gut vorbeugen. Allgemein gilt auf jeden Fall: bei regelmäßigen Problemen mit dem Gleichgewicht unbedingt einen Arzt konsultieren und auf Auslöser untersuchen lassen, um die beste Therapiemöglichkeit zu finden und mit dieser so früh wie möglich beginnen zu können.

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