Arbeiten im Alter: um fit zu bleiben und über die Runden zu kommen

Arbeiten im Alter: zum fit bleiben und über die Runden kommen

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten auch noch im Rentenalter. Die Zahl der erwerbstätigen Senioren hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Warum aber arbeiten im Alter?

Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass jeder Zehnte zwischen 65 Jahren und 74 Jahren erwerbstätig ist. Erwerbstätig ist man in diesem Fall allerdings schon, wenn man eine Stunde die Woche vergütet arbeitet. In diese Statistik fallen also auch Selbstständige, Ehrenamtler deren Arbeit vergütet wird und Minijobber.

Was sind die Gründe für die steigende Zahl?

Da die Lebenserwartung steigt und die Gesundheit der Menschen in der Regel, dank medizinischer Fortschritte, auch im Alter immer besser ist, fühlen sich auch Menschen im Rentenalter noch fit und möchten sich beschäftigen. Außerdem verringert sich die Rente in den kommenden Jahren drastisch, weswegen die meisten Senioren arbeiten müssen, nur um sich über Wasser halten zu können.

Momentan ist schon für 37 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 65 und 74 Jahren die Arbeit die wichtigste Einnahmequelle. Die Rente fällt so niedrig aus, dass sie damit allein nicht auskommen können. Für den Großteil jedoch, geht es darum weiterhin beschäftigt zu sein und sich sowohl geistig als auch physisch fit zu halten. Sie fühlen sich gebraucht und es fällt leichter die gewohnten sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten.

Stellen Unternehmen überhaupt Senioren ein?

Es gibt mittlerweile viele verschiedene Maßnahmen, die die Beschäftigungschancen von Menschen im Rentenalter fördern. Die Maßnahmen sind in der Regel gefördert um die Chancengleichheit älterer Menschen im Arbeitsleben zu gewährleisten.

Um diese Chancengleichheit zu sichern, hat die Bundesregierung das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz entworfen um ein Benachteiligungsverbot zu ermöglichen. Dies umfasst, auch Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, der sexuellen Identität und eben des Alters.

Dennoch müssen Menschen ab einem Gewissen Alter mit Vorurteilen kämpfen, die sie als schwach, gebrechlich und oft als senil darstellen. Dabei sind Senioren heutzutage so fit und aktiv wie nie zuvor.

Es gibt viele Branchen die mit einem akuten Fachkräftemangel zu kämpfen haben, gerade in der Maschinenbauindustrie oder in verarbeitenden Gewerben. Da ältere Menschen mit jahrelanger Erfahrung oft erfahrene Fachkräfte sind, können sie dieses Problem einfach lösen.

Wie funktioniert das Arbeiten im Alter?

Die meisten Senioren arbeiten auf 400-Euro-Basis oder in Teilzeitbeschäftigungen. Für Rentner gelten meist andere steuerliche Regelungen als für junge Erwerbstätige. Das Gehalt wird außerdem ab einer bestimmten Höhe auf die Rente angerechnet.

Es gibt spezielle Jobbörsen und Initiativen für Senioren. Die Bundesinitiative Perspektive 50 plus beispielsweise, berät Menschen im Rentenalter vor Ort und vermitteln Jobs und Praktika. Auf der Webseite lassen sich Unternehmensportfolios, Leistungsangebote, Erfahrungsberichte und vieles mehr finden.

Beliebte Jobs für Rentner sind oft Tätigkeiten die draußen stattfinden wie zum Beispiel Touristenführer in der eigenen Stadt, Fahrer für Kurierdienste mit eigenem Führerschein oder auch im Dienstleistungsbereich wie beispielsweise Regale in Geschäften aufzufüllen, Hausmeistertätigkeiten oder andere Hilfstätigkeiten.

Unternehmen können auch einiges tun um das Arbeiten im Alter zu vereinfachen. Viele Unternehmen beispielsweise setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle, generell kürzere Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle. Fortbildungsangebote sind auch sehr beliebt, da viele ältere Arbeitnehmer/innen sich weiterbilden wollen.

Was passiert mit der Rente?

Wenn man in das Rentenalter kommt, endet das Arbeitsverhältnis nicht einfach automatisch, es sei denn es sind entsprechende Regelungen im Vertrag zu finden. Wenn das nicht der Fall ist, läuft der Arbeitsvertrag weiter. Die Altersrente erhält man nur auf Antrag. Wer also im Rentenalter weiterhin Vollzeit arbeitet, kann einfach auf die Rentenbezüge verzichten, wofür die Rentenversicherungen einen Bonus gutschreiben. Man kann sich die Rente auch parallel zum Gehalt ohne Abzüge auszahlen lassen, womit natürlich aber auch das zu versteuernde Einkommen steigt. Die Beiträge zur Rentenversicherung müssen arbeitende Rentner allerdings nicht mehr unbedingt einzahlen.