Allergie im Alter – Das Alter schützt nicht

Die Nase läuft, die Augen brennen, der Hals kratzt – bis hin zu starken Atembeschwerden sind dies nur einige Symptome, die eine Allergie mit sich bringen kann. Eine Allergie kann im Laufe des Lebens plötzlich ausbrechen, meist schon in jungen Jahren. Wer jedoch glaubt, eine Allergie im Alter wäre unwahrscheinlich, dem sei diese Illusion genommen. Denn einer Studie des Robert Koch-Institutes zur Folge ist die ältere Generation ab 55 Jahren weitaus mehr von Allergien betroffen, als zunächst angenommen. Zwar leiden noch immer prozentual mehr jüngere Altersgruppen als ältere Menschen an Allergien. Jedoch wurde im Rahmen der Befragung ein massiver Anstieg der Neuerkrankungen unter den Über-50-Jährigen in den letzen Jahren festgestellt. So sind in der Altersgruppe von 55 bis 69 Jahren fast 17 Prozent und bei der Generation von 70 bis 79 Jahren bereits 10 Prozent von einer Allergie betroffen.

Die Ursache für den Anstieg gerade von Pollenallergien wird in der steigenden Belastung der Luft mit Schadstoffen wie Ozon oder Stickoxiden vermutet. Weshalb immer mehr ältere Menschen von Allergien betroffen sind, ist bisher noch unklar.

Was tun gegen eine Allergie im Alter?

Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte, sonst harmlose Allergene. Der Körper reagiert mit Zeichen einer Entzündung. Bei der wohl am häufigsten vertretenen Pollenallergie, auch unter der Bezeichnung Heuschnupfen bekannt, sind Pollen von Bäumen, Gräsern, Sträuchern oder Blüten der Auslöser für die heftige Abwehrreaktion des Körpers. Eine Pollenallergie beginnt meist im Frühjahr, wenn der Pollenflug einsetzt. Die Pollenallergie bei Älteren äußert sich dabei mit den gleichen Symptomen wie bei jungen Betroffenen. Es dürfte jedoch feststehen, dass die Symptome ältere Menschen stärker belasten als die junge Generation. Daher gilt auch im hohen Alter, den Auslöser der Allergie festzustellen und vermeidbare Ursachen aus dem Umfeld des Betroffenen zu entfernen. So empfehlen sich gerade bei einer Milbenallergie alte Decken, Polster und Bettbezüge zu entfernen. Ist der Allergiker von einer Tierhaar-Allergie betroffen, sollte ebenfalls die Obhut des Haustieres in andere liebevolle Hände überdacht werden. Auch bei Kreuzallergien, bei denen der Allergiepatient aufgrund seiner Allergie andere Stoffe mit ähnlicher Struktur nicht verträgt, sollte auf entsprechende Lebensmittel verzichtet werden.

Lassen sich die Auslöser nicht entfernen bzw. vermeiden, kann wie bei jungen Menschen mittels Einsatz von Medikamenten symptomatische Erleichterung geschaffen werden. Viele neuartige Präparate zeigen zwischenzeitlich weniger Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit als noch ihre Vorgänger. Die tägliche Einnahme von Medikamenten gegen Heuschnupfen lindert die Beschwerden, kann die Ursache der allergischen Reaktion jedoch nicht beheben.

Lassen sich die Allergien heilen und lohnt im Alter noch eine Desensibilisierung?

Gerade betroffene Allergiepatienten stellen sich die Frage, ob sich Allergien heilen lassen. Bei der Desensibilisierung verabreicht der Arzt dem Patienten in regelmäßigen Abständen über eine längere Zeit den Allergieauslöser in geringer sich stetig steigernder Konzentration, so dass der Körper im Laufe der Behandlung weniger stark bis gar nicht mehr auf die Auslöser reagiert. Eine solche Methode bietet sich insbesondere bei Allergenen an, die sich nicht vermeiden lassen, so z.B. Blütenpollen.

Ob im Alter eine Desensibilisierung lohnt, kann bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, da die Daten hinsichtlich älterer Patienten noch unzureichend sind. Feststeht allerdings, dass der Körper älterer Patienten nicht anders reagiert, als der von jüngeren Betroffenen. Es gibt daher keinen Grund, älteren Menschen von einer Desensibilisierung abzuraten. Allerdings sollten vorab andere altersbedingte Beschwerden wie beispielsweise eine Herzschwäche abgeklärt werden, um diesbezüglich nicht unnötige Risiken einzugehen.

Ist eine spontane Toleranzentwicklung auch im Alter möglich?

In der Medizin wird immer wieder das Phänomen einer spontanen Toleranzentwicklung beschrieben. Denn genauso plötzlich wie Allergien kommen, können diese auch wieder verschwinden. Gerade bei Lebensmittelallergien verträgt der Körper auf einmal die Nahrungsmittel wieder, die er zuvor noch mit einer Überreaktion des Immunsystems bekämpft hat. Gründe, weshalb das Immunsystem nun anders reagiert, konnten noch nicht ausfindig gemacht werden. Allerdings wird angenommen, dass im Erwachsenenalter eine Spontanheilung wesentlich seltener eintritt als bei jungen Menschen. Daher gilt, je älter der Allergiepatient, je unwahrscheinlicher, dass die Allergie von alleine wieder schwindet. Es empfiehlt sich daher – auch bei nur leichter Symptomatik – einen Allergologen aufzusuchen, Allergieverdacht und Beschwerden abklären zu lassen und eine weitere passende Therapie individuell mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

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